Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
ins Becken hinaufarbeitete, nicht lösen konnte und so starb das 
so schon schwächliche Kind den nächsten Tag. Die Haupterschei 
nungen waren Schleimausleerungen durch den Mund,' grosse 
Unruhe, aufgetriebener Unterleib und Convulsionen gewesen. 
Speise hatte das Kind gar nicht zu sich genommen. Bei der 
Section 20 Stunden nach dem Tode fand J. eine sehr grosse 
Leber und den Magen, von Luft ausgedehnt, normal. Vom Py- 
lorus aus ging eine einige Linien lange Darmpartie in einen dem 
Magen an Form ganz ähnlichen, ebenfalls mit Luit angefiillten 
Behälter, dessen Umfang aufgeblasen dem eines grossen Hüh 
nereies glich. Aus diesem gleichsam zweiten Magen entsprang 
der Zwölffingerdarm, in den regelmässig der Ausführgang der 
Gallenblase und des Pancreas mündete. Der übrige Darmkanal 
war normal, nur der Mastdarm war mit seiner Mündung gleich 
beim Eintritte ins kleine Becken, und zwar rechts, angeheftet 
und war sehr voll Kindspech. Die Darmgefässe waren alle 
sehr mit Blut überfüllt. Alle übrigen Eingeweide waren nor 
mal. Aus der fehlerhaften Lage und Kürze des Mastdarms 
war das Misslingen der Operation deutlich zu erklären. [Med. 
Corresp.-Blatt d. wärt. ärztl. Vereim• Bd. VI. Nr. 49.] 
22. Ueberblick der Vorfälle an der Augenkli 
nik der Wiener Hochschule im Studienjahre 18] 
vom Prof. Dr. Rosas. Unter i20 stabilen Augenkranken wa 
ren 72 männliche und 48 weibliche, 4 unter 10 und 1 war 
75 Jahr alt. Die Uebel waren sehr mannigfaltig; in vielen Fäl 
len bot ihre Heilung nichts Aussergewöhnliches dar und so he 
ben wir nur folgende heraus. — Ein 33 Jahr alter Schlosser 
hatte am Schläfenwinkel des linken Auges den Augenlid 
krebs. Nachdem Pat. in seinem 23. Jahre die Krätze bekom 
men und diese durch Schwefelsalbe schnell unterdrückt hatte, 
litt er öfters an den Augen. Im 30. Jahre entstand an den 
Augenlidern eine heftigere Entzündung, welche an dem äusse 
ren Winkel des linken Auges eine Anschwellung zurückliess, 
die allmählig an Umfang und Harte zunahm, sich dunkeirotli 
färbte, zu schmerzen anling und in ein Geschwür krebsiger Natur 
ausartete; dasselbe war 4 Z. lang u. i Z. breit. Man verordnetet 
Iiec. Extr. con. macul. $ß. Pulv. hb. ejusd. q. s. ct fiat Mussa, 
a qua forment. pilulae gr. ij., und liess davon Morgens und 
Abends 2 Stück nehmen. Das Geschwür wurde mit Cosme- 
schem Pulver bestreut; am linken Arme ein Fontanell gesetzt 
und knappe Kost verabreicht. Nachdem der Schorf abgelällen, 
wurde, so lange vom warzigen Grunde noch was zu sehen war, 
der Verband mit Hellmund’s Salbe und Pulv. cosm. gemacht; 
nachdem das Warzige verschwunden und der Geschwiirrand ab 
geflacht war, täglich in Laudan. Sydh. getauchte Cbarpie auf 
gelegt und mit den Pillen nach und nach bis zu 4- Drachme 
täglich gestiegen. Nach einigen Wochen war die Vernarbung 
vollendet und blieb es. — 28 Binde haut-Entzündungen
	        
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