Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

452 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Methode zur Heilung dieses Uehels in der Krankenanstalt zu 
Minden geliefert hat, öffentlich bekannt zu machen und diese 
Behandlung um so mehr ausführlich anzugeben, als sie sehr 
schnellen, wenig kostspieligen und durchaus sichern und ge 
fahrlosen Erfolg gewährt. In der erwähnten Anstalt wurde, 
wie folgt, verfahren: Pat. wird in das bestimmte Krätzzimmer, 
das im Winter, wie im Sommer, 28—30° R. Temperatur haben 
muss und daselbst in ein warmes Bad gebracht, in dem der 
ganze Körper mit schwarzer Seife und groben wollenen Lap 
pen so stark gerieben wird, das alle vorhandenen Pusteln durcli- 
gerieben werden. In einen groben, wollenen Mantel gehüllt 
legt sich der Gebadete dann zwischen 2 wollene Decken ins 
Bett, in dem er 12 Stunden bleibt und dann zum ersten Male 
mit folgender Salbe in der Nähe des Ofens, warm, über den 
ganzen Körper eingerieben wird: live. Sulpli. (lepur, 5]. Pulv. 
rad. Helleb. alb. 5jj. ■— Kal. nilr. gr. x. Sapon. nigr. sj. 
^idip. suill. 51'ij. M. S. IJng. Nach Einreibung dieser Salbe 
legt sich Pat. wieder, auf gb-iche Weise eingehüllt, auf sein 
Lager, da dann nach abermaligen 12 Stunden die zweite und 
wieder nach 12 Stunden die dritte und letzte Einreibung ge 
macht wird. Nachdem Pat. nochmals eingehüllt 12 Stunden ge 
legen , bringt man ihn in ein w armes Bad, in dem er sich mit 
schwarzer Seife und groben, wollenen Lappen äbreibt und sorg 
fältig jede Spur der Salbe entfernt. Mit reiner Wäsche und 
gereinigten Kleidern wird der Geheilte in ein anderes Zim 
mer geführt und kann im Sommer gleich, al. o nach 48 Stun 
den, als ganz von Krätze befreit, entlassen werden, im Win 
ter dürfte es jedoch zweckmässig seyn, ihn durch 2tägigen Auf 
enthalt in einem massig warmen Zimmer zum Uebergange in 
die kalte Luft vorzubereiten. Es leuchtet ein, dass diese zwar 
einfache Methode, die Krätze sehr bald «eher und ohne allen 
Nachtheil für die Gesundheit zu heilen, bei Anwendung in ein 
zelneu Privathäusern mit manchen Schwierigkeiten verbunden 
ist. An allen grossem Orten aber, wo schon häufiges Vor 
kommen krätziger llandwerksburschen Errichtung einer Krätz- 
Heilanstalt wünschenswert!» macht, in der man derartige Kranke 
schnell und mit wenigen Kosten heilen könne, wird eine sol 
che Einrichtung nicht schwierig seyn. Da aber auch in man 
chen Landgemeinden die Krätze seit einigen Jahren sehr ver 
breitet ist und bei immer nur unvollständiger Behandlung Ein 
zelner beständig fortdauert, so dürfte auch in solchen Gemein 
den die Einrichtung eines passenden, leicht zu erwärmenden 
Zimmers mit einer Badewanne, so wie Anschaffung der weni 
gen übrigen Erfordernisse nicht sehr schwer seyn und man muss 
nur wünschen, dass von den Behörden überall, wo Verbrei 
tung des Uebels dies nöthig macht, die erforderliche Einrich 
tung eingeleitet und ausgeführt werde. Doch möchten Einrich 
tungen der A "t, so wie die Einleitung der Cur selbst, nur un-
	        
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