Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

I, Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 451 
hinreichend gelüftet. Wahrscheinlich war die Nadel zufällig 
in den Kartoffelkuchen gerathen und beim hastigen Verschlin 
gen des Kuchens in den Magen gekommen. Vor der Valvula 
"pylori stach sie sich, in die Quere gelagert, in die Magenhäute 
ein und konnte weder durch die Bewegungen des Magens, noch 
durch Arzneimittel weiter fortgeschafft werden. [Med. Zeit. v. 
Vereine f. Heilk. in Pr. 1837. Nr. 11.] 
189. Entzündung beider Crural-Arterien; vom 
Kreis-Phys. Dr. Werner in Schrodda (a. d. Beitr. z. Sanit.- 
Ber. d. Posener Regier.-Bez.) Bei einer durchaus nicht dys- 
crasischen, sehr vollblütigen 24jährigen Frau, die vor 14 Ta 
gen glücklich und leicht vom 4. Kinde entbunden worden war, 
das sie selbst stillte, stellten sich, ohne die geringste Storung 
der Lochien und Milchabsonderung, sehr heftige Oppression der 
Brust, voller, harter, gespannter, sehr beschleunigter Puls, 
Hitze, Durst, Stuhlverstopfung, gerötheter Harn und Schmerz 
in beiden Oberschenkeln ein und zwar genau in der Richtung 
der grossen Gefässe. Die Ci ural-Arterien, besonders aber die 
des rechten Oberschenkels fühlten sich als harte Stränge von 
der Dicke eines Daumens an, die bei Berührung sehr schmerz 
ten. Die Pulsation war erloschen und heHe Hautröthe nach 
dem Laufe der Gefässe sichtbar, doch nur am untern Drittheile 
des Oberschenkels. Bei Bewegung der in gekrümmter Lage 
gehaltenen <Schenkel gab Pat. heftige Schmerzen an. Die Tem 
peratur der Unterschenkel war nicht vermindert und um die 
Knöchel bemerkte man einige Geschwulst. Die Ursache dieses 
Uebels, das dem Verf. noch nicht vorgekommen war, liess sich 
genau nicht ermitteln. Wahrscheinlich war es durch heftigen 
Schreck entstanden, den einige Tage vorher die Kranke gehabt, 
doch waren, wie erwähnt, die Wochenfunctionen nie gestört 
worden. Die Behandlung bestand, bei streng-antiphlogistischer 
Diät, in Anwendung vieler Blutegel nach dem Laufe der Ge 
fässe, Einreibungen des TJng. neapol. und innerlich gegebenem 
Calomel in grossen Gaben, worauf nach mehreren Calomel- 
stühlen, Fieber, Entzündung der Gefässe, Röthe und Schmerzhaf 
tigkeit etwas nachliessen und Ruhe eintrat. Den 3. Tag er 
hielt Pat., wegen stark belegter Zunge und Vorboten des Spei 
chelflusses, Infus. Senn, compos., das TJng. neap. aber wurde 
mit TJng. Alth. und Ol. hrjosc. verdünnt, wonach sich binnen 
8 Tagen, wo W. die Kranke zuerst wieder sah, auch die 
strangartigen Härten verloren und die Pulsation in den Gefäs- 
sen wieder eingestellt hatte und das Wohlbefinden ziemlich zu- 
riiekgekehrt w r ar. [Med. Zeit, v. Vereine f. Heilk. in Pr. 
1837. Nr. 12.] 
190. Zur Behandlung der Krätze; von Dr. Meter 
in Minden. Da die Krätze noch immer sehr häufig vorkommt, 
so findet sich M. veranlasst, die Resultate, welche die von 
Vezin (Summar. N. F. Bd. II. Hft. 6. Nr. 188.) angegebene 
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