Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
keinen Schmerz. Höhere Röthe und Wärme waren die einzi 
gen wahrnehmbaren Erscheinungen und wahrscheinlich Folge 
der ungeheuren Spannung und des Drucks, den alle Zähne 
durch abnorme Grösse veranlassen mussten. Diese und andere 
Gründe bewogen den Verf. den eben beschriebenen Zahn aus 
zuziehen. Pat. empfand nach der Operation grosse Erleichte 
rung und hat seitdem keinen Krampfanfall wieder bekommen. 
[Casper's Wochenschr. f. d. ges. HeilJc. 1837. No. 8.] 
IV. Gynaekologie und Paediatrik. 
183. Zu stark protuberirendes Promontorium, 
eine Ursache unglücklicher Geburten; von Dr. Roose. 
Hier und da ist das Promontorium ossis sacri statt massig ge 
wölbt zapfenförmig verringert, oder kopfförmig hervorgetrieben, 
was, mag die Inclination des Beckens gross oder klein seyn, 
jedenfalls den Einfluss hat, dass die Conjugata des Beckenein 
ganges verkürzt wird. Es ist jedoch die Rede hier von Ver 
kürzung dieses ßeckendurchmessers nur in sofern, als sie f 
Z. beträgt, nicht von Reduction dieses Durchmessers auf 2*- 
oder 3 Z. wo es sich von selbst versteht, dass Operationen von 
holter Bedeutung notluvendig sind. Weiber mit obengenann 
tem Fehler können zwar von selbst gebären, wenn die übrigen 
Bedingungen einer glücklichen Geburt erfüllt sind, aber selten 
werden Kinder gerettet und weit häufiger werden Wendungen 
oder Zangenanlegung erforderlich, als dass dies nicht der Fall 
ist. Man sollte glauben, dass jener Fehler des Beckens nicht 
so leicht Veranlassung zu Operationen geben sollte, da der 
Kopf dadurch nicht gehindert wird, in einen der schiefen 
Durchmesser zu treten, wie dies bei normaler Kopfgeburt ge 
schieht, und noch weniger, dass es in solchen Fällen schwer 
seyn sollte, das Kiud zu retten, wenn es nur schnell genug 
nach den Regeln der Kunst durch das Becken geführt wird. 
Doch die Erfahrung berichtigt auch hier, wie oft, die Theorie, 
so dass letztere sich genöthigt sieht, gegenseitig ersterer zu 
Hülfe zu kommen und sie möglichst gut zu erläutern. Die Er 
fahrung nun sagt als Thatsache aus: I) dass, wo das Promont, 
um ^ — 4- Z. zu stark protuberire, leicht und häufig falsche 
Kindeslage entstehe. 2) Dass, wenn auch diese in eine nor 
male verändert w'erde mittelst der Wendung, es oft noch die 
Anwendung der Zange bedürfe und 3) dass, wenn es auch 
weder zur Wendung, noch zur Zangenanlegung komme, doch 
selten das Kind lebend geboren, oder wenn dies auch der Fall 
sei, selten lebend erhalten werde. — Was Nr. 1. anlangt, so 
senkt sich, w ie bekannt, im letzten Monate der Schwanger 
schaft der Uterus, und der vorliegende Kindestheil liegt in der 
obern Beckenaperlur. Protuberirt nun das Promontorium stark,
	        
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