Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
•wurden, so möchten doch noch immer weitere Erfahrungen ge 
eignet seyn, ihre Anzahl zu vermehren und noch manches 
Schwierige, ja oft sogar Schädliche mehr und mehr zu beseiti 
gen und durch glückliche Auswahl und Auwendung ein noch 
günstigeres Resultat für Gelingen der Taxis zu erlangen. Man 
hat nun lange schon bei die Bauchmuskeln erschlallender gün 
stiger Lagerung des Kranken durch Druck auf die Bruchge- 
schwillst die Repositionsversuche geübt, neuerlich aber beson 
ders viele Modificationen in der Anwendungsart angegeben; 
man hat aber auch schon viele Nebenhülfsmittel erforscht, um 
dem gewiss schädlichen Einflüsse eines lange dauernden, oft 
nicht zum Ziele führenden Drückens und Walkens auf der 
Bruchgeschwulst mehr und mehr zu begegnen. In dieser Be 
ziehung ist besonders auf das Rücksicht zu nehmen, was über 
diesen Druck bei der Taxis M’Leod, A. Cooper, Petit, 
Amussat, Sinogowitz, Richter, Ploucquet, Martin, 
Auteorieth, Löffler, Wilmer, Warthringtön u. A. 
bestimmt haben. Ausser den verschiedenen Encheiresen aber, 
die bei Ausübung des Drucks allein Behufs der Reposition an 
gegeben worden sind, sind jetzt besonders diejenigen Unterstüt 
zungsmittel und Vorschläge wichtig, die das Zurücktreten des Bru 
ches begünstigen, ja oft selbst bewirken. Dahin gehören zuerst 
die verschiedenen Lagerungen, in die man die Kranken ver 
setzt, z. B. nach Fabricius ab Aq uap e n den t e, Sharp, 
Ribes, Preiss, Schradin, Kern u. A. Die übrigen 
Mittel anlangend, so sind die gewöhnlichsten wie Bäder, Blut 
entziehungen, Klystiere, besonders von Tabacksrauch, oder einer 
Abkochung von Taback, kalte und warme erweichende Um 
schläge und die innerlichen geeigneten Mittel, zu deren Anwen 
dung besondere Anzeigen nöthig sind, zuerst, dann aber noch 
folgende Mittel anzudeuten: Auftröpfeln von Vitriolnaphtha, 
Einreibungen und Umschläge von Alcphol sulphttris, Fomenta- 
tionen aus einer Abkochung von Granatschalen, Galläpfeln, Cy- 
pressenfrüchten, Chamillen und Melilotenbliithen in rolhem Wein 
mit Alaun und»Kochsalz, Umschläge von rothem Wein oder 
Aqu. Goul. mit Essig, Cataplasmen aus Gerstenmehl, Waizen, 
Kleien, Rosenöl und rothem Wein, warme Fomentationen von 
Inf. Senn., Einreibungen von Extr. Beilad. und Oh liyoscyam. 
oder von Extr. Beilad. allein, Anwendung einer mit Opium 
bestrichenen, in die Harnröhre eingeführten elastischen Bougie, 
Digitalis innerlich und äusserlich, ende.rmatische Benutzung oder 
Einreibung des Ol. Croton, Galvanismus, Acupunctur, Anw ending 
der Säugpumpe, Luftauspumpen aus dem Mastdarme und grosse 
Gaben Tarf. cmet. etc. etc. — Wenn es sich nun darum 
bandelt, Relaxation in die Stricturen bildenden Theile bei Schen 
kel- und Leistenbrüchen durch eigenthüinliche zweckmässig ge 
leitete manuelle Technik zu bringen, um nicht unmittelbar auf 
die Bruchgeschwulst beleidigende Einwirkung lauge fortsetzen
	        
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