Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
liehen Spaltenrandes eine zu schmale Wundfläche gegeben ha 
ben würde, um die Vereinigung zulassen zu können. Der erste 
Theil der Operation wurde leicht und schnell mittelst Haken- 
pincette und eines kleinen Scalpells beendigt. Dann legte D. 
nach vollkommener Blutung, die aus der Eichel ziemlich stark 
Mar, 10 lnsectennadeln an. Er durchschlang dieselben sehr 
sorgfältig mit Fäden, so dass auch die Zwischenräume der ein 
zelnen kurz abgeschnittenen Nadeln dadurch innig zusammenge- 
halten und mit den Fäden bedeckt waren. Fünf dieser Nähte 
Vereinigten die fast widernatürlich grosse Eichel, was bei Epi- 
spadie gewöhnlich ist und 5 andere Suturen den übrigen freien 
Theil der Harnröhre des kurzen Penis; den hintersten offenen, 
Unter einer Hautfalte versteckten Theil der Spalte, den der 
Verf. absichtlich nicht verwundet, bestimmte er zur Ableitung 
des Harns und führte von hier aus einen elastischen Catheter 
in die Blase. Darauf ordnete er kalte Umschläge und anti 
phlogistisches Regim an. Die ersten Tage nach der Operation 
klagte der sehr empfindliche, reizbare Kranke über heftige 
Schmerzen im Gliede. Es war stark geröthet und angeschwol 
len und Nadeln und Fäden von der Anschwellung überragt. 
In grosser Anzahl an die Inguinalgegend angesetzte Blutegel, 
Abführmittel etc. stimmten die Entzündung sehr herab. Schon 
am zweiten Tage musste D. einige Nadeln entfernen und am 
dritten wieder einige, und nur die drei letzten konnte er bis 
zum vierten Tage liegen lassen. Anfangs schien es, als würde 
die Operation über alle Erwartung gelingen, denn die Ränder 
hielten nach Ausziehen der ersten Nadeln zusammen. Als aber 
der Harn neben dem Catheter vorbeifloss und dieser dann we 
gen heftiger Reizung weggelassen werden musste, trennten sich 
die Ränder der Spalte im Penis fast bis zur Eichel wieder, dage 
gen aber verwuchs die monströse Eichel aufs Innigste. Der durch 
sie hingehende Canal war jetzt ganz natürlich und hier jede Ent 
stellung gehoben. D. rieth dem Operirten oft ein kurzes ela 
stisches Bougie einzulegen und sich nach längerer Zeit wieder 
zu zeigen, um am hintern Theile der Harnröhre die Operation 
Miederholen zu können. Der Verf. will dann ganz wieder so 
verfahren und erst wenn die Vereinigung des noch offenen 
Theils gelungen ist, das Abzugsloch für den Harn, durch das 
er den Catheter einbringen wird, schliessen und mittlerweile 
den Catheter durch die neugebildete Harnröhre in die Blase 
einführen. [Hamb. Zeit sehr. f. d. ges. Medic. Bd. IV. 
1.] 
17S. Ueber ein sicheres Reductionsverfahren 
bei eingeklemmten Brüchen; vom Wundarzte und Ge 
burtshelfer Heuler in Stuttgart. Wenn gleich neuerlich eine 
Anzahl manueller Verfahrungsarten für Reduction eingeklemm 
ter Brüche von vielen geübten Practikern ausgeführt und mit 
vielem Glück gefahrdrohende Incarceratianen damit gehoben
	        
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