Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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11. Materia medica und Toxikologie. 
40jähriger Schneider hatte früher den Unter- und Oberschenkel 
gebrochen und den letztem verrenkt; die Brüche Maren geheilt, 
die Luxation wurde nicht erkannt. 8 Jahre hatte er fortwäh 
rend heftige, den Schlaf raubende Schmerzen in der Hüfte, dem 
Oberschenkel und der Wade. 2 Moxen auf die Hüfte und 2 
an die Mitte des Oberschenkels befreiten den Kranken ganz 
von diesem Schmerze. Ad 3. Revulsoris ch. Ein 40jähri- 
ger cachectischer Schuhmacher litt an Phthisis purulenta mit 
reichlichem, übelriechendem Auswurfe von fast reiuem Eiter, 
grosser Abmagerung und colliquativen Scliweissen. Nach 2 
Moxen auf die schmerzhafte Stelle der leidenden Seite nebst 
Anwendung von Bleizucker und Opium erholte sich Pat. und 
Lieh, inlund., Milchdiät und Landluft vollendeten die Besse 
rung. — Eine 22jährige Wäscherin wurde nacli Erkältung der 
Füsse während der Periode von entzündlichem Fieber mit 
Schmerzen des Unterleibs und Stocken der Menstruation befal 
len. Nach Blutentziehungen und antiphlogistischer Behandlung 
stellte sich sehr rasche Abmagerung mit Zunahme des Leib 
schmerzes und Vergrösserung nebst Fluctuation im Ovarium ein. 
Mehrere Aerzte hielten den Zustand lür unheilbar, 2 Moxen 
aber und innerlich China beförderten die Aufsaugung so, dass 
Pat. nach 40 Tagen als geheilt entlasse^ werden konnte. — 
Ad. 5. Zu rückbildend. Ein 22jähriges Mädchen litt seit 
2 Jahren an einem Magenübel mit stetem, brennendem Schmerze 
in der Herzgrube, der sich nach dein Essen schrecklich steigerte. 
Nach jeder Mahlzeit fand sich Erbrechen, den ganzen Tag hin 
durch Speicheln, oft hartnäckige Verstopfung und nach Abführ 
mitteln Erbrechen. Nachdem sie von mehreren Aerzten, die 
das Uebel für Scirrhus hielten, ohne Erfolg behandelt Morden 
war, brannte S. 5. Moxen auf der Herzgrube ab, wodurch 
Pat. auf die Dauer geheilt wurde. [Hamb. Zeit sehr. J. d. gcs. 
Medic. Bd. 111. Hft. 2.] 
173. Vergiftung durch Chlor; von Dr. Simonsok 
in Berlin. Ein Jjähriges Kind erhielt aus Versehen, statt ver 
meintlicher Arznei, einen KinderlöfTel s. g. Fleckwasser, oder 
Eau de Javelle, das aus sehr saturirter Auflösung von chlor 
saurem Natron besteht. Durch die aus dem Wasser sich ent 
wickelnden Chlordämpfe wurde das Kind während des Hinun 
terschluckens sogleich asphyctisch. Schleunigst gerufen, traf S. 
es noch in diesem Zustande. Durch Eintröpfeln von Weingeist 
in den Mund, Waschen des Gesichts und besonders der Nasen 
löcher mit Weingeist und Einströmen von Weingeistdämpfen 
in Nase und Mund kam das Kind Mieder zu sich. Der Puls 
war nur sehr klein, dabei aber so schnell, dass man kaum 
noch die einzelnen Schläge zählen konnte, das Gesicht blass, 
gedunsen, die Augen halb geschlossen und der Leib nicht auf 
getrieben , weich und schmerzlos. Das Kind wimmerte mit 
heiserer Stimme, wälzte sich beständig umher, bekam von Zeit
	        
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