Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 395 
tnonia catarrh. biliös, herrschte häufiger im Herbste, als zu 
anderen Jahreszeiten und besonders dann, wenn der gastrische 
Krankheitsgenius in den catarrhalischen übergeht oder mit letz 
tem! verbunden auftritt, bei unbeständiger, nasskalter und feuch 
ter Witterung. Auch werden gleichzeitig Croup- und Keuch- 
hustenepidemieen wahrgenommen, welche dann ebenfalls vor- 
'valtend sind. — Einige Aerzte sprechen auch von einem Erysipe- 
las pulmonum, was wahrscheinlich nichts Anderes ist, als ge 
wöhnliches Rothlauffieber mit pleuritischen Erscheinungen, das 
man zuweilen im Frühlinge, oder überhaupt zur Zeit des ge 
rade herrschenden erysipelatösen Krankheitsgenius beobachtet. 
Auch hier niitzen Ausleerungsmittel, besonders schwefelsaures 
Kali mit Tart. cmet., wodurch mehrmalige Entleerungen der 
in den äussern Wegen angehäuften gallig-saberralischen Stoffe 
nach oben und unten erzielt werden. — Die Lungenentzün 
dungen mit Gallenstörungen schienen neuerlich wieder seltener 
zu werden, dagegen traten die catarrhalischen und rheumati 
schen Symptome reiner ausgebildet hervor. Es herrschten seit 
einigen Monaten an Pneumonie gränzende Catarrhe; auch sind 
dieselben besonders Ende Octobers, wo sich bei starken Nord- 
Westwinden plötzliche Kälte eingestellt hatte, in einigen Fällen 
in wirkliche Pneumonie übergegangen. [Clarus’s u, Rudius’s 
lieitr. z. pract. Heiße. Btl. 1V. Hft. 1.] 
161. Berit onalgia rheumatica und Peritoni 
tis; vom Geh. M. R. Pr. Caspeii in Berlin. Schon oft über 
zeugte sich C., wie leicht diese beiden Krankheiten, die doch 
keineswegs gleiches Heilverfahren bedingen , mit einander ver 
wechselt werden, wozu Aehnlichkeit mancher Symptome aller 
dings verleiten kann, namentlich die heftigen Schmerzen im 
Unterleibe bei beiden Krankheiten, die auch in Beiden im All 
gemeinen bei Berührung zunehmen. Genauer betrachtet be 
schränkt sich aber auch hierauf die Analogie. Ist das Bauch 
fell Sitz einer rheumatischen Alfeciion, so sind die Schmerzen 
durchaus periodisch, Pat. liegt halbe Stunden lang und viel 
dfnger, ganz ruhig und klagt mit einem Male', wie bei allen 
Rheumatismen dies Flüchtige, Periodische bemerkt wird, über 
die heftigsten Leibschmerzen. Letztere nehmen allerdings bei 
äusserem Drucke zu, ertragen aber oft starken, tiefen Ein 
druck viel leichter, als gelinden und sind schon darin wieder 
von den Schmerzen der echten Peritonitis zu unterscheiden, die, 
Wie bekannt, nicht den leisesten, am allerwenigsten aber tie 
fen, kräftigen äussern Druck ertragen. Symptomatisches Er 
brechen, wie bei echter Peritonitis, kommt in rheumatischer 
Peritoiialgie nicht vor und die Darmfunctionen folgen hier eben 
falls keiner bestimmten Norm, so dass bald Obstructipnen, bald 
Diarrhöe zugegen sind. Ferner bemerkt man gewöhnlich, aber 
nicht ein Mal beständig, in letzterer Krankheit gleichzeitig Fie 
ber, das aber dann den Character des Reiz- oder rheumati-
	        
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