Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

394 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
vera hält und als solche behandelt. In der Regel haben hier 
die rheumatischen Erscheinungen die Oberhand, Mährend die 
gallig-gastrischen im Hintergründe liegen. Die Schmerzen con- 
centriren sich gewöhnlich auf eine bestimmte Stelle: in der 
Regel lixiren sie sich in einem Zwischenrippenraume. Zuwei 
len zeigt sich im Verlaufe der Krankheit rother Friesei auf der 
Brust. Der Husten ist mit grossem Schmerz verbunden, meist 
mehr trocken, auch ist Neigung zum Brechen und wirkliches 
Galleerbrechen zugegen. Hier muss man ungesäumt zur Ader 
lassen. Dann reiche man gewöhnlich eine Lösung von einigen 
Granen Tart. einet, mit einer Drachme Nitrum nebst schweiss- 
treibendem Thee. Hauptsache bleibt aber immer der Blasen 
zug auf der Brust und zwar auf der schmerzhaften Stelle der 
selben. — Im Spätherbste, -wenn nach nasser Witterung plötz 
liche Kälte eintritt, beobachtet man diese Form am häufigsten. 
Unter den Landleuten erscheint sie nicht selten zur Zeit der 
Flachsbereitung. 3) Pneumonia bi/iosa catarrhalis. , Diese 
Form wird von den wenigsten Aerzten erwähnt. Sie kommt 
aber häufig vor und wird nur verschieden benannt. Einige 
nennen sie auch Catarrhus pectoris complicalus und zuweilen 
wird sie mit Febris catarrhalis gastrica verwechselt. Am 
häufigsteu hat sie B. zur Zeit herrschender Influeozaepidemieen 
beobachtet. Ausser den Symptomen der Pneumonia catarrha 
lis, als Husten, Stechen und Schmerz in der Brust, beengtem 
Athmen mit grosser Angst, Blutgestreiftem Atiswurfe, Trocken 
heit und Hitze des Halses, der Zunge, Nase und Haut etc. ist 
damit offenbarer oder versteckter Status biliosus verbunden; die 
Krankheit entscheidet sich selten vor dem 14. oder 21. Tage, 
auch gesellt sich während dieser Zeit oft eigenthümlicher w eis- 
ser Friesei dazu. Gewöhnlich ist Neigung zum Erbrechen zu 
gegen oder es wird zugleich mit dem Husten Galle ausgebro 
chen. Der Fiebertypus ist wenig remittirend. Zuweilen ste 
chen die Zeichen der Bronchitis catarrhalis sehr hervor. 
Die Sputa nehmen oft gelbes, blutstreifiges, ja selbst eiterarti 
ges Aussehen und üblen Geruch an. Je mehr Bronchien und 
Lungengewebe leiden, desto erschwerter ist das Athmen und 
desto ungünstiger die Prognose. Rasseln und Schleimgeräusch 
in den Bronchialverzweigungen, heisere Sprache, Eingenommen 
heit des Kopfs sind eben so häufige Begleiter dieses Uebels, 
als eigenthümlicher Druck und Schmerz in Magen- und Leber 
gegend und characteristisches icterisches Aussehen. Herrschen 
die gallig-gastrischen Symptome vor, so muss man ohne Zögern 
ein Emeticum geben. Ausserdem dienen Tart. einet. mit # Sal 
miak, schwefelsaures Kali, Calomel, Dec. Senegae mit einhül- 
lenden Mitteln. Sind die Zeichen der Bronchitis und Pneumo 
nitis sehr ausgeprägt, So muss man ungesäumt Aderlässe und 
Blutegel benutzen. In der Convalescenz bewährte sich unter 
den Extracten besonders das Exlr. Card, bened. Die Pneu-
	        
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