Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

382 IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
rischen Magnetismus, dessen Erweckung einem kräftigen, dazu 
geeigneten Subjecte anzuvertrauen wäre. Neben der Rücksicht 
durch Solventia die Darmsecretion zu reguliren, wäre weiter« 
Hauptaufgabe, die Verbindung zwischen Ovarium und Darm* 
kanal aufzuheben, wozu Malfatti topische Anwendung eines 
künstlichen Fermentationsprocesses etwa in Form von Wein 
oder Biertrebern vorschlug. Diese sollten die reproductive 
Kraft an der gewöhnlichen Stelle steigern und bis zu gänzli 
cher Verschliessung der Verbindungsstelle erhöhen. Nebenbei 
müsste durch längere Anwendung der Bacc. Lauri— Mal- 
l'atti’s stärkstes Emmenagogum — anregend auf den Uterus 
gewirkt und dieser zu vermehrter Secretion angetrieben werden. 
D en Schluss der Kur müsste ein bei Krankheiten des Ovariuin 
specifisch wirkendes Soolbad, etwa Ischl, machen. — Der Er 
folg rechtfertigte nicht nur die scharfsinnig und wahr au (ge 
fasste Diagnose, sondern auch die Resultate der demgemäss 
eingeleiteten therapeutischen Anordnungen führten in der kur 
zen Zeit der noch in Berlin dauernden Anwesenheit des Verls, 
sichtbare Erleichterung der Kranken herbei. Das Endresultat 
ist leider dem Verf. nicht bekannt geworden. [Med. Corrinp.“ 
Blatt d. wärt, ärztl. Vereins.. Bd. VH. Nr. 6.] 
157. Schnell tödtliche Peritonitis injantuin) 
von G. M. R. Dr. Bahez in Berlin. Am 18. Aug. 183— er 
krankte ein 12jähriger, bis dahin gesunder Knabe an mehrma 
ligem Erbrechen und Durchfall mit gleichzeitigem mässig star 
kem Fieber. Auf eine Kali-Saturation mit Gummischleim und 
wenigen Tropfen Tinct. opii hörten die Ausleerungen auf und 
Pat. befand sich am 19. ziemlich wohl, hatte jedoch noch et 
was Fieber, doch keine Schmerzen im Leibe. Am 20. war 
der Puls voller, stärker als bisher und die rechte Seite des 
Bauches zwischen Rippen und Crista ossis ilei beim Drucke 
schmerzhaft. B. Hess 12 Blutegel an diese Stelle setzen, warme 
Umschläge über den Unterleib legen und eine ölige Emulsion 
geben. Da gegen Abend keine Oeffnung erfolgt war, bekam 
der Knabe noch 3 Esslöffel Ol. Ricini, doch ohne dass darauf 
Darmentleerung erfolgte. Der Knabe war munter und wollte 
sich wohl befinden. Am 21. hatte der Schmerz in der rechten 
Seite des Bauches aufgehört, dagegen schmerzte die linke Seite, 
das Fieber dauerte fort, der Puls war viel kleiner, die Zunge 
mit dickem gelbem Belege überzogen, der Knabe verstopft und 
der abgehende Urin sparsam und sehr dunkel. Die Verordnung 
bestand in 12 Blutegeln, Catapiasmen, Ol. Ricini, alle 2 Stun 
den 1 Esslöffel voll und in schleimigen öligen Klystieren. 
Abends 6 Uhr waren die Extremitäten kalt, das Gesicht kalt, 
zusammengefallen, der Puls klein, äusserst schwach, 135 Schläge 
in der Minute und Pat., der sicli wohl zu befinden versicherte, 
völlig bei sich. Auf den Rath des von B. zum Beistand ge 
rufenen Dr. v. Stosch wurde Ung. neapol. in den Unterleib
	        
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