Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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364 III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
immer beträchtlich Mar. Man schlug nun ein Inf. speclcr. re- 
solv. über und fuhr innerlich mit stärkenden Mitteln fort. .Am 
5. Tage nahm plötzlich der Eiterausfluss ab, es trat wieder Ei' 
terungsfieber ein und der Harn zeigte wieder die erwähnte et*' 
genthümliche Beschaffenheit, auch erhob sich die Geschwulst 
oberhalb des Leistenbandes und wurde schmerzhaft. Am 31* 
Mai machte K. in dieselbe einen grossen Einschnitt und ent 
leerte dadurch gegen 10 Unzen Eiter. Danach stellten sich be 
denkliche Zufälle ein: das Fieber wurde heftiger, als je, eine 
überaus starke und übelriechende Diarrhöe, wodurch die Speise 
unverdaut wieder abging, kam hinzu, der Kranken war fort 
während übel, sie erbrach grüne Materie und warf fortwährend 
durch Husten bedeutend viel eiterartige Materie aus. Die 
Mundhöhle war mit Aphthen besetzt und Niederschlucken von 
Nahrung erzeugte vom Munde bis zum Magen ziemlich bren 
nendes Gefühl. Bei Columbo, Aqu. Laurocer., Tinct. rhei 
vinos. Arrowroot und Rothwein verloren sich indess in 14 Ta 
gen alle gefährlichen Symptome, Kräfte und Körperumfang 
nahmen täglich zu, die Eiterung verminderte sich sichtlich und 
die fistulösen Oeflnungen schlossen sich allmählich, wiewohl 
am Schenkel noch nachträglich Eiteransammlung entstand, der 
K. mittelst Sonde, mit der die frühere Oelfnung wieder herge 
stellt wurde, einen Ausweg bahnte. Nachdem das Oedeni der 
Fiisse, das an der Unterextremität sehr bedeutend war, grossen- 
theils sich wieder verloren hatte, machte Pat. die ersten Geh 
versuche, die aber wegen Unfähigkeit, den rechten Oberschen 
kel zu beugen und wegen Schwäche der Unterextremitat an 
fangs kein gutes Resultat gaben. Am 29. Juli 1835, an dem 
K. diesen Aufsatz schrieb, bemerkte man kaum noch den hin 
kenden Gang und wenn gleich Pat. sich noch nicht ganz er 
holt hatte, so stand doch nicht zu bezweifeln, dass dies später 
ganz geschehen werde. Die Periode hatte sich schon am 16. 
Juli wieder eingestellt, doch wollte die Milchsecretion die 5 
Wochen nach der Niederkunft ganz aufhörte, nicht wieder in 
Gang kommen. Die Härten von der Vernarbung in <Jer Lei 
stengegend und unter dem Hüftbeine waren fortwährend in 
Rückbildung begriffen und K. hofft, dass auch sie bald ganz 
verschwinden würden. [Rust’s Maguz. f. d. gcs. Heilk. Bd. 
48. Hft. 1.] 
149. Ueber den Gebrauch der Binde in der Go 
norrhöe; von Br. S. W. Dalton. D. lernte den Druck als 
Antiphlogisticum vom Prof. Br. Dudley kennen, der ihn be 
sonders gegen Paronychia und Paraphimosis wirksam fand. 
Die schmerzhaften Erectionen in einer hartnäckigen Gonorrhöe 
führten ihn zuerst darauf, den Zufluss von Blut durch eine 
Binde abzuhalten. Der Erfolg war glänzend. Er wiederholte 
dieses Verfahren dann in zahlreichen Fallen unter den Solda 
ten und anderen Herren, die jetzt diese in 2 — 3 Tagen heil-
	        
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