Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

360 III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
manchmal die rechte Unterextremität nicht so gut, wie die 
linke, zum Gehen benutzen. Dieser beschwerlichen Schwan 
gerschaft ungeachtet gebar die Frau nach lOstiindiger Geburts 
arbeit am oben genannten Tage einen gesunden, gegen 10 
Pfund schweren, also ungewöhnlich grossen Knaben, ohne dass 
die Kunst dabei einschreiten durfte. Nach der Entbindung ging 
Alles gut, nur waren die Lochien unbedeutend. Die Wöchne 
rin hielt sich gut und hatte viel Milch. 4 Tage nach der Ent 
bindung, am 2. Febr., stellte sich um 10 Uhr Morgens, wie 
wohl Pat. noch nicht aus dem Bette gekommen war, heftiger, 
bis 3 Uhr Nachmittags anhaltender und von den heftigsten 
Schmerzen im Unterleibe begleiteter Frost ein. Da der Verf. 
gerade anf einer Reise war, gab ihr die Mutter Chamillenthee 
und einige Tropfen Tinct. opii simpl , welche dieselbe als 
schmerzstillend kannte und machte warme Ueberschläge von 
Mehl über den Leib. Danach war auch Linderung erfolgt und 
mit Eintritt der Fieberhitze hatten die Schmerzen nach und 
nach ganz aufgehört. Abends traf K. die Wöchnerin in hefti 
gem Schweisse, der die ganze Nacht hindurch dauerte und am 
folgenden Tage M ar das Befinden nach Wunsche. Am 4. Febr. 
kehrte ein ähnlicher Fieberanfall M ieder, wobei auch Schmerzen im 
Unterleibe, wiewohl in geringerem Grade zugegen Avaren. Der 
Verf. that gar nichts, da es ihm nur zu wahrscheinlich M’ar, 
dass er es mit einem Wechselfieber zu thun habe und er hatte 
sich auch nicht getäuscht. Am 6., 8. und 10. Tage traten die 
nämlichen Erscheinungen ein; die Intermittens zeigte Typus an- 
teponens und vergesellschaftete sich mit gastrisch-nervösen Zu 
fällen, denen in der Apyrexie die passenden Mittel entgegenge 
setzt wurden. Nachdem der 5. Anfall vorbei war, erhielt Pat. 
in der Apyrexie Chinium sulphuricum mit fpecacuanha und 
Opium, wonach das Fieber ausblieb. Die Wöchnerin erholte 
sich schnell und es trat 10 Tage leidliches Wohlbefinden ein, 
wobei sie aber immer über grosse Müdigkeit in den Füssen 
klagte und schwerfällig einher ging. Obgleich in dieser Zeit 
durch Resolventia mit aromatischen und bittern Mitteln die Ab 
dominalverrichtungen geordnet wurden und man durch passende 
Diät und Chinin die Rückkehr des Wechselfiebers zu verhüten 
suchte, so trat doch am 20. Febr. gegen Abend wieder Frost, 
Hitze und Schweiss mit grossem Uebelbefinden ein. Dieser 
Rückfall hielt den Quotidiantypus und nach einigen Anfällen 
dachte K. an Unterdrückung desselben. 10 Gr. Chin. sulph. 
in der Apyrexie bewirkten aber nur einen heftigem Anfall, und 
als Pat. am nächsten Tage abermals 6 Gr. erhielt, stellte sich 
zwar ein gelinderer Fieberanfall ein, aber Pat. delirirte mit 
schwerer Zunge, hatte einen eigenen Blick, Ohrensausen und 
war schwerhörig. Der Verf. wagte es nicht, das Chinin fort- 
nehmen zu lassen und suchte den Grund der UnM'irksamkeit 
desselben in gastrischen Störungen, denen er die angezeigten
	        
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