Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

350 II. Matena medica und Toxikologie. 
Mittel wurden fortgesetzt. Am 27. Juni stellte sich ein 'seht 
heftiger Fieberanfall ein. Pat. hatte sich bedeutend erkältet. 
Die bisher verordneten Mittel blieben weg und statt derselben 
nahm' der Kranke alle 12 Stunden 2 Tropfen Tinct. Euphras. 
ojfic. Ain 2. Juli war das Fieber ausgeblieben. Die Kuphra- 
sia wurde fortgesetzt. Auch bis zum 18. Juli \var das Fieber 
nicht Mieder gekoinmeu. Der junge Mann befand sich sehr 
wohl, sah sehr gesund aus und hatte guten Appetit und Ar 
beitslust, die ihm seit langer Zeit, der grossen Mattigkeit we 
gen , fehlte. — ln vielen andern Krankheiten aus unterdrück 
ten catarrhalischen Beschw erden, gegen Husten , Heiserkeit, 
Ohrenschmerzen, Kopfweh, Schwindel etc. wurde die Kuphra- 
siatinctur Kranken von jedem Alter und aus allen Ständen mit 
dein besten Erfolge gegeben. Im 2. Stadium catarrhalischer 
Uebel reicht die Euphrasia officinaiis oft nicht aus und es 
müssen dann auch andere den Umständen entsprechende Mittel 
mit: der Tinct. Euphr. ofjicin. wechselnd gegeben werden. 
[D ujelancfs Journ. d. prakt. Heiik. 1836. Z)ec.] 
140. Fortsetzung d e r Be o bach t u ngen über die 
Heilkräfte der Phtjllis amara; vom Prof. Dr. Kra 
nichfeld in Berlin. Bei fortgesetzten Beobachtungen über die 
'Pihyllis amara erwies sich dieselbe besonders hülfreich 1) in 
Sc rophelkrankheit und zwar in solchen Fällen, wo Dulcainara, 
Antimonialia und andere Antiscrophulosa lange ohne den ge- 
M ohnlichen guten Erfolg angewendet worden waren. Viele der 
schlimmsten und mitunter schon veraltete Scrophelausschläge 
sind bald durch dieses Mittel beseitigt w'nrden. 2) In ver 
schiedenen eingewurzelten Flechten-Ausschlägen. 3) In chro 
nischen Augenlider - Drüsen-Entzündungcn , die offenbar in ge 
störter Leberverrichtung wurzelten. 4) Im aus demselben Ue 
bel herrührenden Pannus der Augen. 5) In chronischen Ent 
zündungen verschiedener Unterleibsorgane, der Milz, Leber, 
Nieren, Schleimhaut der Blase, etc. Am wirksamsten zeigte 
sieh das Mittel unter der vor mehreren Jahren bereits in H u f e- 
land’s Journal (LXXIII., 5) angegebenen Form. Der Erfolg 
war übrigens viel sicherer, wenn man ausser dem audosenden 
Salze andere zugleich angezeigte Mittel nicht mit der Phyllis 
amara verband, sondern sie iür sich allein gab. Auffallend 
war es, dass mehrmals die gewöhnlich beobachtete gute Wir- 
kung lange ausblieb. Leider fand K. bei Nachforschung in 
mehreren Apotheken statt desselben blosse Earina amygdula- 
rum amararum, also gar nicht nach seiner Vorschrift angefer 
tigt. Es fand sich darin noch so viel fettes Oel, dass schon 
deshalb die schon so oft beobachtete Wirkung gar nicht eintre- 
ten konnte. Durch viele in der Schrift: de dignitate medica- 
minibua nonnullis reslituemla erwähnte Versuche hat der Verf. 
dargethan, dass das fette Oel die Blausäure der bittern Man 
deln gleichsam verscliliesst, so dass mau eine ziemliche Menge
	        
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