Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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IV, Gynäkologie und Pädiatrik. 
häutigen Ueberzuge ausgekleidet, bald mit blutiger, stinkender 
Jauche angelullt und ihre Wände verdickt, erweicht, bräunlich 
oder schwärzlich: die Erweichung war nach der innern Ober 
welle zu und namentlich an der Insertionsstelle der Placenta 
am stärksten ; die Venen in der Substanz der Gebärmutter mehr 
oder weniger mit gelblichem, weisslichem, consistentem oder 
flüssigem Eiter gefüllt. Diese Venen erschienen als gewundene 
Gänge, welche man mit einer Sonde oft eine bedeutende Strecke 
'erfolgen konnte; ihre innere Fläche war gewöhnlich gerunzelt, 
'yeisslich, zuweilen mit einer dünnen Pseudomembran oder mit 
e| oer dicken Eiterlage bedeckt. Nicht selten erstreckten sich 
d'ese Spuren von Entzündung auf die Eenac spermpticae, luj- 
P°gastricue und andere vcnac abdominales. ln einigen Fällen 
v on phlegmasiu albu dolens war auch die Cruralvene in sol 
chem Zustande. Ausserdem fand man oft eiternde Anschwel 
lungen in den Lungen, Verdickung des Brustfells, Ansamm 
lungen von, mit eitrigen Lymphflocken gemischter, gelblicher, 
trüber Flüssigkeit in der Brust- und eben so in der Bauch 
höhle; zuweilen Abscesse im Gehirne, in der Leber, Milz; 
llöthung und Erweichung der Schleimhaut der Digestionsorgane, 
,n zwei Fällen sogar Durchlöcherung des Magens und Darmes; 
e, 'dlich auch vom Periosteum ausgehende Vereiterungen, Zer 
störungen einzelner Knochen, vorzüglich der Gelenke und der 
Becken-Symphysen. — Bei der Behandlung der Phlebitis 
'vurde hauptsächlich der Character des Fiebers, das örtliche 
Leiden der Gebärmutter und die vorhandenen Störungen der 
Wochen-Functionen berücksichtigt. Man gab Anfangs Emulsio 
Qinygdal., Decoct. r. Allhaeae , Gram. , theils mit Nitrum, 
theils mit Aqu. Laurocer.; Spir. Minder., Tart. stib. in dost 
Ve fract. , Manna, Hydrom. infant. u. dergl.; später Decoct. 
Sulcp. mit mineral. Säuren oder Wein, Infus. Cham., Arnic., 
Euler, ; Decoct. cort. Cliin., Camphor, Liq. min. II. n. dergl. 
Venäsectionen hatten niemals guten Erlolg, wohl aber Blut 
egel an die äussern Genitalien gesetzt, Cataplasmata über den 
Unterleib und die Geburtstheile, allgemeine laue Bäder, Inje- 
ojionen von Chamillenthee in die Gebärmutter, zumal bei übel 
riechendem Wochenflüsse; Einreibungen mit Ung. hijdr. ein., 
endlich Senfteige und Blasenpflaster an die innere Fläche bei 
der Oberschenkel, deren Stellen dann'8 —14 Tage lang mit 
Eng, Mezerei in Eiterung gehalten wurden. [Oesterr. med. 
Euhrb. 1836. Bd. 19. St. l.j 
132. Blutgeschwülste in den Schaamlippen der 
Gebärenden und Wöchnerinnen; von Dr. Thuchsess 
? n Winnenden. Die Blutgeschwülste der Schaamlippen entste 
hen meist durch schwere, doch natürliche Geburten, oder me 
chanische Verletzungen der Beckengefässe. Grosser Kinder 
kopf Un j Druck durch diesen bei der Geburt auf die nahen 
Beckengefässe verursacht nicht selten Dehnung und Zerrung
	        
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