Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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IV. Gyn äkologie und Pädiatrik. 
Sterbefälle dieser Art im Febr., März, April und Mai und 
hauptsächlich an solchen Wöchnerinnen vor, die Mährend ihrer 
Schwangerschaft an der epidemischen Grippe gelitten hatten. — 
lm Verlaufe der Phlebitis uterina wurden 3 Stadien wahrge- 
ootnmen. Die Erscheinungen der ersten waren nicht selten so 
"enig auffallend, dass der nahe Ausbruch eines so bösartigen 
j cbels kauin geahnet werden konnte. Dahin gehören eine 
bald mehr, bald weniger bemerkbare Veränderung der Ge- 
®'chtsmiene, welche gewöhnlich tief verborgene Gebärinutlerlei- 
zu begleiten pflegt; die Kranken äusserten eine eigenthüm- 
tiche innere Unruhe und zuweilen eine ihnen ungewohnte Un 
wegsamkeit; der Schlaf Mar unruhig, durch Träume unterbro 
chen, die Haut bald trocken, bald mit klebrigem Schweisse 
bedeckt, die Temperatur normal, der Puls meistens klein, 
"eich, etM’as aufgeregt, der Unterleib voll, weich, schmerz 
los, der Uterus jedes Mal bedeutend grösser, als er sonst nach 
der Geburt zu seyn pflegt, etM’as hart, nicht schmerzhaft, nur 
bei stärkerem, in den Scheidengegenden oder am Gebärmutter- 
gcunde angebrachten Drucke klagten die Pat. über stumpfen, 
Stückenden Schmerz in der Tiefe, den zu verläugnen sie sehr 
geneigt M aren; bei der innern Untersuchung gewahrte man 
et 'vas erhöhte Temperatur und Empfindlichkeit des obern Tlieils 
der Mutterscheide und des Muttermundes; letzterer Mar mei- 
s,e ns noch geöffnet und tief stehend, der Wochenfluss dünn, 
"ässrig, röthlich oder bräunlich gefärbt, manchmal übelriechend, 
sparsam, die Brüste meistens welk, die Milchabsonderung un 
bedeutend, die Milch M’ässrig. Diese Erscheinungen stellten 
sich mehr oder M’eniger bald nach der Geburt ein und ver- 
scliM anden zuweilen nach 6—8 Tagen unter vermehrtem blutigen 
ll "d schleimigen Wochenflüsse, vermehrter Milchabsonderung und 
allgemeinen Schweissen; oft aber traten sie schon nach 2—3 
Tagen in das 2. Stadium über, Meiches mit halbstündigem 
Froste und darauf trockener Hitze begann. Der Pulsschlag, 
so — 100 Mal in der Minute, Mar weich; der Durst heftig, 
die Abgeschlagenheit gross, der Blick matt; innere Angst, Un- 
r, *l'e, Schlaflosigkeit, Mangel an Esslust verfolgte den Pat.; 
der Bauch blieb über dem Nabel und in den Hypochondrien 
Vveich, schmerzlos; der Uterus Mar vergrössert und reichte oft 
"och am 8. —10. Tage nach dej Geburt bis zum Nabel, Mar 
"lehr oder weniger fest und bei stärkerem Drucke am Grunde, 
Vorzüglich aber in einer der beiden Seitengegenden in der Tiefe 
schmerzhaft. Anfangs dieses Stadiums war der Lochienfluss 
fast unterdrückt, später wieder stärker, dickflüssig, mit Blut- 
s, l ’eifen gemischt, eiterartig, übelriechend. Die äussern Ge- 
schlechtstheile waren angesclnvollen, roth und empfindlich; in 
" e r Mutterscheide bildeten sich nach Vorangegangener dunkeier 
Böthung, besonders an den Seitengegenden, wunde Stellen, 
aus denen sich oft viel eiterartige Flüssigkeit absonderte. Nicht
	        
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