Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

296 III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
senhals umgebenden eckigen, grossen, weichen Stein. Pat. 
brachte sich seit einem Jahre den Catheter selbst ein und diese 
Zeit genügt, um einen Stein (Trippei - Phosphat) zu bilden. 
Ergreifen und Zerreiben des Steins gelang in der ersten und 
zweiten Sitzung, von denen jede gegen 4 Minuten dauerte, 
sehr leicht, in der letztem dagegen machte es einige Schwie 
rigkeit, dass ein Bruchstück in einer Grube hinter der Prostata 
lag. Die Nachbehandlung bestand in Einspritzungen und Einle 
gen einer Entleerungssonde. Die nächsten Sitzungen fanden nach 
je 2 bis 3 Tagen Statt. Nach der 8. waren Catarrh und Harn 
drang gemildert und nach der 12. Stein und Catarrh verschwun 
den, obgleich der gekrümmte Lithotriptor, mit dem der Verf. 
operirte, 22 Linien weit gesperrt war. Die Harnverhaltung 
dauerte indess noch fort. War Heilung eines 25jährigen Uebels 
noch möglich? Die Inclinationssonde zeigte im untern und mitt- 
lern Theile des Blasenhalses 6 Linien hohe Hervorragung. Der 
Verf. wendete zehn Mal der Depressor vergeblich an. Die 
Ligatur glitt stets von Neuem ab; endlich ergriff' er sie uiit 
Jacobson’s Gelenk-Steinbrecher und drehte, unter steter Be 
rücksichtigung der Empfindung des Kranken einen Stiel dersel 
ben ab. Es stellte sich reichliche Blutung, gegen die man 
kalte Injectionen anwendete, Uebelbeffnden und leichtes Fieber 
ein. Nach 2 Tagen ging es wieder gut. Der Urin wurde will 
kürlich gelassen, doch entleerte sich die Blase nicht ganz. 
Man legte 3 Tage einen Catheter ein. Nach der Entfernung 
desselben floss kein Harn aus, doch stellte sich die Incontinen 
tia in der Nacht noch 2 Mal ein. 6 Tage nach Abdrehung 
der Geschw ulst ätzte der Verf. den Blasenhals und 3 Tage vor 
Abfassung dieses Berichts entfernte er eine mandelgrosse ganz 
incrustirte Geschwulst, um die noch übrigen Hervorragungen 
mittelst des Ecopeurs nach einigen Tagen abzuschneiden. Die 
ses Instrument gleicht dem von Ambrosius Pare zur Abtra 
gung von Excrescenzeu in der Harnröhre bestimmten und be 
steht aus einer Röhre,- wie die Sonde evacuatrice mit sehr 
weitem, länglichem Auge, das beim Einbringen durch eine Platte 
mit schneidenden Rändern geschlossen ist. Diese wird dann 
zurückgezogen, das Auge öffnet sich, die Hervorragungen des 
Halses dringen in dasselbe und werden von der zurückgeführ 
ten Platte abgeschnitten. Zuletzt wurde der Boden der Ge 
schwulst mit Lapis infern, mittelst eines Aetzmittelträgers be 
rührt. \Hamb. Zeitschr. f. d. gcs. 31edic. Bd. 1F. HJt. 1. 
nach: Gaz. med. de Paris. 1836. Juin. Nr. 26.] 
124. Ueber Verkürzung der ünterextremitä 
ten nach der Heilung von Brüchen derselben; vom 
Regimentsarzte Dr. Richter in Düsseldorf. Macht sich nach 
Heilung eines Beiubruchs Verkürzung bemerkbar, so sind die 
Laien sehr geneigt, dies dem Wundarzte zum Vorwurfe zu 
machen, weil sie glauben, es stehe in der Macin der Kunst
	        
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