Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
Die ersten 15 Kranken litten allgemein oder an Blasenübeln. 
10 Kranke Maren über 00, 3 fast 80 Jahre alt. Einem Kran 
ken Av!lr e j n Holzpflock in die Blase gedrungen, der den Stein 
kern bildete. [IJamb. Zeit sehr. f. d. ge». ßledic. Bd. IV. Hft. 1.] 
123. Fälle merkwürdiger Lithotripsieen; von 
Leroy d’ETioLLE. Die Schwierigkeit, den Werth der Litho- 
Ifiptik in Bezug auf Cystotomie zu bestimmen, wird bedeutend 
dadurch erhöht, dass Erstere unter den ungünstigsten Umstän 
den glücklichen Erfolg haben kann und umgekehrt. So unter- 
n ahm sie der Verf. glücklich in folgenden Fällen: 1) bei einem 
50jährigen, feisten Manne, der seit mehreren Jahren an nicht 
beachteten Urinbeschwerden, an Gichtanfällen, Herzklopfen, 
Hyspnöe und Oedein, besonders des rechten Schenkels litt und 
bei dem mehrere Chirurgen, unter andern Breschet, die 
grösste Vorsicht für nüthig erachteten. Der Verf. ging davon 
aus, dass der allgemeine Zustand der schon so lange anbielt, 
auch noch ferner eiuige Jahre das Leben möglich machen und 
durch Erleichterung des örtlichen Leidens gebessert werden 
könne. Er fand mehrere voluminöse Steine und die Blase we 
der zusammengezogen, uoch sehr reizbar. Die bedeutende 
Feistheit sprach gegen den Steinschnitt. Der Percuteur ergriff 
ohne weiteres Suchen den kleinsten Stein, der, wie ein nach 
her gefasstes Bruchstück, mittelst des Compressors mit doppel 
ter Kraft zerdrückt wurde. Die Furcht des Pat. war nun über 
wunden. Nach 3 Tagen brachte der Verf. den Schraubestock 
in Ordnung. Das eingefuhrte Instrument war 16 Linien weit 
gesperrt und doch Mar der Stein nicht im grössten Durchmes 
ser gefasst. In dieser Sitzung musste eine starke Percus 
sion in den folgenden der Hammer angewendet werden. Jede 
der 13 Sitzungen dauerte gegen 7—8 Minuten. Später fan 
den Civiale, Walther und Andere, ausser dem Verf., 
keinen Stein mehr. Die Cur erforderte 2 Monate und in die 
sen 4 Aderlässe, Tinct. Digit ul. etc. Das Oedem des 
Schenkels Hess schon mit der 4. Woche zur Hälfte nach; die 
übrigen Leiden wurden, wie sich von selbst versteht, nicht ge 
hoben. — 2) Der zweite Fall betrifft einen Mann von 45 
Jahren, der schon im 20. Jahre langsam zu uriniren anfing, mit 
dem 30. nicht mehr im Bogen uriniren konnte und vor 4 Jah- 
re n von Incontinentia vrinac im Schlafe und hartnäckigem 
Blasencatarrh befallen wurde, ohne dass die Sonde Auskunft 
gab. | m vorigen Jahre wurden einer 6 Zoll tief in der Harn- 
föhre gefundenen Verengerung Aetzungen und Enveiterungs- 
'ersuche entgegengestellt, doch drang die Sonde in die Blase, 
°bgleich sich vollkommene lietenlio urinac am Tage und glei 
che Incontinentia während der Nacht ausgebildet hatte, so dass 
"ohl mit Recht Vergrüsserung des mittlern Lappens der Pro- 
stata angenommen wurde. Als der Verf. den Kranken zuerst 
untersuchte, entdeckte er einen halbmondförmigen, den Bla
	        
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