Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

294 III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
Zustande. [ITamb. Zeilschr. f. d. ges. Medic. Bd. IV, Hft. 
1. nach London medic. Gazette for March. 1830.] 
121. Ueber einen Steinschnitt en dcux Teinps 
bei einem Kinde; von Brett. Ein sehr zartes Kind von 
7 Jahren hatte seit 2 Jahren am Stein gelitten und war dabei 
sehr herabgekommen. Im Nov. 1834 wurde es in einem sehr 
verzweifelten Zustande nach Cawnpoor zu B. gebracht, der 
sich erst auf dringende Bitten des Vaters und die Operation 
allerdings als einzigss Rettungsmittel betrachtend, zu derselben 
entschloss. Steinsonde und Scalpell Maren die einzigen ge 
brauchten Instrumente und die Operation verlief leicht und nor 
mal bis zum Einfuhren der Zange. Der Stein Murde M ieder 
holt am untern Ende gefasst, glitt aber jedes Mal Mieder aus, 
entMeder festgehalten von der stark zusammengezogenen Blase, 
oder weil ein Theil desselben eingesackt war. Da alle Bemü 
hungen nichts fruchteten, das Kind sich abschrie, kleinen, be 
schleunigten Puls bekam und heftig transpirirte, so stand ß. 
von allen weitern Versuchen ab, liess das Kind zu Bette tra 
gen, Fomentationen machen und etuas Opiumtinctur geben. Dies 
batte den günstigsten Erfolg. Das Kind erholte sich. Die 
anodyne und besänftigende Behandlung wurde fortgesetzt und 
am andern Morgen der Stein, wie folgt, entfernt. Ein auf ei 
nem Stuhle sitzender Assistent nahm das Kind aut den Schoss, 
den Rücken ihm zugekehrt und brachte die Arme unter dessen 
Schenkel durch und hob und bog die Kniegelenke in die Höhe. 
Das Perinäum bekam eine möglichst tiefe Richtung, indem der 
Körper iu fast aufrechter Stellung erhalten Murde, so dass der 
Stein so weit als möglich nach dem untern Theile der Wunde 
gedrückt m urde. B. brachte nun den Finger ein, fühlte den 
Stein, fasste ihn gleich mit der Zange und zog ihn jetzt mit 
Leichtigkeit aus. Ein Ende desselben hatte in einem Diverti 
kel der Blase gesteckt, Mas sich deutlich aus der Form des 
Steins ergab. Bei einfacher Behandlung genas das Kind rasch, 
was M'ahrscheinlich bei hartnäckigem Bestehen den Stein gleich 
nach vollbrachtem Schnitte zu entfernen, nicht der Fall gewe 
sen seyn MÜrde. [Hamb. Zeitschr. f. d. ges. Medic. Bd, 
IVi Hft. 1. nach: The India Journ. Calcutta. March. 1836.] 
122. Wann ist die Lithotriptik anwendba r? 
von Leroy d’ETioLLE. Der Verf. glaubt, dass man diese Me 
thode nicht nur mit Fertigkeit, sondern auch mit Wahl anM’en- 
deu müsse. 1835 operirte er aber alle vorkommende Fälle auf 
diese Weise und mit folgenden Resultaten: von 26 Steinkran- 
ken Murden 23 geheilt; 2, 78 und 79 Jahr alt, starben an 
Apoplexie und Febr. pernic. und nur bei Einem kam die Me 
thode nicht in AnM-endung. 2 Kranke hatten kleine Steine, 
ohne Benachteiligung der Blase. Bei 7 Maren einzelne Steine 
von mittlerer Grösse, bei 8 von bedeutendem Umfange zuge 
gen. 2 hatten mehrere grosse, harte Steine, 8 viele kleine.
	        
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