Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
langte Steine müssen nach der angegebenen anatomischen Be- 
schaflenheit bei der Schwierigkeit, seitwärts ablenken zu kön 
nen, durch die Präputialöf'fnung nacli aussen befördert werden. 
Da die S c h n e i d e r’sehe Ansicht ausserdem noch nicht hinrei- 
cliend durch die Erfahrung unterstützt ist, so scheint es dem 
Verf. zweckmässig, dieselbe vorläufig zu suspendiren und die 
Entstehung der Eichel- und Präputialsteine der Schleimhaut die 
ser Theile allein zuzulegen, denn letzteres Verhältniss ist durch 
Beobachtung dargethan, ■während ersteres noch Hypothese ist. 
Hätte die Analyse gezeigt, dass diese Steine weder gries- noch 
harnsteinähnliche Bestandthsile besässen, so würde dies gleich 
falls gegen Herkunft der Steine aus den Harnwegen sprechen. 
Bis jetzt mangelt diese Analyse aber noch und A. konnte sie 
•acht unternehmen, da ihm leider die Steine abhanden gekom 
men sind. [i/. Gräfc's u. v. Walt her’s Jotirn. d. Chirurg, u. 
Augcnheill-. Bd. 24. H/t. 2.] 
120. Ueber Anoinalioen der Lithotomie; von 
John Liza.rs. Die Schriftsteller geben, bis auf Crosse und 
Wil son, eine besondere Beschaffenheit der Prostata nicht an, 
die den Operateur beim Steinschnitte durchaus irre leiten kann, 
nämlich: sackförmige Erweiterung der äussern fibrösen Haut 
der Prostata, von der nachstehender Fall ein Beispiel giebt. 
Ern 59jähriger Mann von gesundem Aussehen litt seit 8 Mona 
ten an allen Symptomen des Steins, der freilich beim ersten 
Sondiren nicht gefühlt wurde, deutlich aber beim zweiten, nach 
dem die entzündliche Neigung der Blase durch warme Bäder, 
Mi.vt, Aqu. Potuss. TJva Ursi und ein Haarseil in der Schaam- 
gegend entfernt war. Nach einem Abführmittel und abermaliger 
Ueberzeugung von Gegenwart des Steins nahm C. die’ Sectio 
lateralis vor. Die erste Sonde konnte nicht bei der Portio 
prostatica des Kanals vorbeigeführt werden, die zweite schien 
dag egen in die Blase gelangt zu seyn, da der Griff sich frei 
bewegen liess. C. durchschnitt nun die Portio membranosa 
VretJirae und ging durch den linken Lappen der Prostata fort, 
die hart, knorpelig und steinicht war. Der linke, das Lithotom 
begleitende Zeigefinger drang augenscheinlich in die Blase ein, 
da sich eine fiir Harn gehaltene Flüssigkeit entleerte, doch 
konnte der Verf. nirgends einen Stein von der Grösse, welche 
die Sonde angab, entdecken, obgleich sich der Finger in einem 
Beutel ganz von der Grösse der Blase befand. 2 Collegen 
"'»ren nicht glücklicher: auch sie entleerten nur kleine hirsen- 
l| nd erbsengrosse Steinchen. Jetzt gelang es einen Katheter in 
die eigentliche Blase einzubringen, da hinreichend viel wirkli 
cher Harn durch ihn abfloss. Derselbe wurde durch ein Stein 
sonde ersetzt, auf der L. den Hals der Blase einschnitt, um 
den Stein auszuziehen. Jede Operation hatte ungefähr eine Mi 
nute, die Untersuchung des anomalen Beutels 15 — 20 Minuten 
gedauert. Pat. befand sich am 10. Tage noch im günstigsten
	        
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