Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
war seit etwa 3 Wochen zugegen. An Urinverhaltung, Ab 
gang von Steinen und Gries hatte Pat. nie gelitten. Bleiwas- 
serumsclilüge beseitigten Entzündung und krankhafte Secretion 
und fleissiges Waschen mit reinem kalten Brunnenwasser voll 
endeten die Kur. Nach 5 Monaten befand sich Pat. noch ganz 
wohl. Die Vorhaut ging leicht, normal zurück. Ausser den 
Steinen voll diesem Falle sind dem Verl', nur noch die bekannt 
geworden, die sich auf dem anatomischen Museum zu Bonn be 
finden. Sie sind den erwähnten ähnlich } nur bröcklicher und 
gehörten ebenfalls einem altern Manne. Chemisch sind Beide 
nicht untersucht worden. Dem Aeussern nach scheinen sie be 
sonders phosphorsauren Kalk zu enthalten. Die Entstehung an 
langend, so wurden in dem von A. beobachteten Falle die Steine 
auf der Schleimhautfläche der Eichel und der Vorhaut gebildit. 
Andere Stellen, als diese, waren nie krank und die Absonde 
rung dieser Theile hatte die Bestandteile dazu geliefert. Bei 
normwidriger Absonderung können alle Schleimhäute Veranlas 
sung zur Steinbildung ßbgeben. Deshalb trifft man auch fast 
auf allen Ausbreitungen derselben solche Producte. Die Steine 
der Harnblase, des Darms, der Gallenblase und der Speichel- 
gange sind bekannt. Bildet sich auch ein Theil dieser Massen 
aus den Niederschlägen der eigentümlichen Secrete, die aus 
den Drüsen zu diesen Membranen herab kommen, und senkt 
sich ein anderer Theil aus den Drüsen selbst herab, so bleibt 
doch ein dritter Theil als Erzeugniss, der Schleimniembrau übrig, 
der, laut der Erfahrung, nur der Membran das Entstehen ver 
dankt. Es kann somit auch die Schleindiautiläche der Eichel 
und des Präputii zu normwidriger Secretion und Steinbildung 
Veranlassung «erden, da sie überhaupt die Eigenschaften einer 
Schleimhaut teilt. Die Ursachen dieser normwidrigen Secre 
tion wirken aber selten stark genug ein, indem die Eichelsteine 
so sehr selten sind. Unter I50Ö0 armen Kranken, die A. be 
handelte, war der mitgeteilte Fall der einzige der Art. Ver 
längerung und Verengung der Vorhaut, die man bei an Präpu 
tialsteinen Leidenden fand , hat Vermehrung und Retention der 
Absonderung zur Folge, wodurch sie zur Steinbildung mitwirkt. 
Die Entstellung dieser Steine auf der Eichel ist nicht zu leug 
nen. Es müssen aber noch einige Umstände angeführt werden, 
die gegen die erwähnte, von Schneider aufgestellte Ansicht 
sprechen und es ist merkwürdig, dass man sie bisher übersah. 
Betrachtet man nämlieh das Verhältnis» der Präputialöffnung 
zur Urethralöffming bei angeborner Pliimosis, so findet man durch 
gängig, dass beide sich direct, in gerader Richtung entsprechen, 
dass die Präputialöffnung gewöhnlich grösser ist, als die Ure- 
tlnalöffnung und dass die Haut des Präputii dicht an der Eichel 
anliegt, wodurch das Schlüpfen der .Steinehen zwischen beide 
Theile sehr erschwert wird. Alles dies spricht direct gegen 
die Schneid er 5 sehe Ansicht. Denn durch die Urethra ge
	        
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