Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 273 
die Symptome Maren folgende: 1) auf den Magen Bezug ha 
bende Symptome: ein Hauptsymptom des Uebels und bis zuin 
letzten Momente das constanleste war unersättlicher Durst, wahre 
Potomanie. Pat. schrie beständig „Wasser“ und gerieth in 
der Wuth nahe Exaltion, wenn ihr der Genuss desselben ver 
sagt wurde. Sie behauptete, dass es ihr brennend wie eine 
Kohle in der Herzgrube sei, doch wurde die geringste Quanti 
tät Flüssigkeit wieder ausgebrochen. Das Erbrechen, das, so 
lange Kraft blieb, immer wiederkehrte, geschah anfangs leicht, 
später mit grosser Anstrengung, Angst und Krampf. Es wurde 
nichts entleert, als die genossene Flüssigkeit, Galle oder Schleim. 
Schmerzen fanden sich dabei nicht und nur ein Mal war die 
Gegend des Duodenum etwas empfindlich. 2) Respiralions- 
symptome traten im Anfänge und am Ende der Krankheit mehr 
hervor, als in der Mitte. Sie bezogen sich mehr auf die rechte, 
als linke Seite, bestanden mehr in Bangigkeit und Enge, in 
Empfindung des Schwerathmens, als in Mangel der Lungen- 
thätigkeit. Das Verlangen nach Luit war stärker, als die sicht 
bare Oppression. Kurz vor dem Tode, der mit Pulslosigkeit 
und allgemeiner Erschöpfung erfolgte, trat zitternde Bewegung 
der Brustmuskeln und des Zwerchfells ein und zwischen dem 
Rhonchus trockner, mit kurzen Stüssen sich folgender Husten. 
Abends vor dem Tode wurde etwa ein Esslöffel voll Blut aus 
gehustet. 3) Herzsymptome. Irgend eine idiopatische, orga 
nische Abnormität des Herzens liess sich im ganzen Verlaufe 
der Krankheit nicht entdecken; aber der Puls war immer sehr 
veränderlich, schwach, klein, aussetzend, verwirrt in seinen 
Schlägen, unzählbar oder langsam. 4) Symptome, die sich 
auf den Nervus recurrens bezogen. Erst nachdem die Zuckun 
gen des rechten Arms schon bestanden , trat Krampf im Pharynx 
ein, der Pat. in der Art am Schlingen verhinderte, dass sie die 
Flüssigkeit eine Zeit im Munde behalten musste, ehe das Hin 
derniss im Schlucken zu überwinden war, worauf die Flüssig 
keit rasch hinunter fiel. Diese Erscheinung trat aber nur in 
grossen Zwischenräumen ein. Die Bewegung der Zunge war 
ebenfalls mitunter gehindert, was sich durch Lallen und zuwei 
len durch vollkommene Aphonie verrieth. So lange die Zuckun 
gen sich blos auf die rechte Seite beschränkten, wurde die 
Zunge schief und nach rechts herausgestreckt, wie aber auch 
die linke obere Extremität anfing sich convulsivisch zu bewe 
ge« , stand die Zunge wieder grade. 5) Hautsymptome. Die 
Haut war ganz trocken-, die Harnabsonderung unterdrückt, die 
Hände meist kalt, weniger die Füsse. Die Temperatur des Kopfs 
Mar sehr vermehrt, so dass im Anfänge des Uebels Eisumschläge 
grosse Erleichterung brachten. 6) Symptomein den Bewegungs 
organen. Pat. konnte auf allen Seiten bequem liegen, blieb 
aber nicht lange in derselben Stellung. Sehr bald traten con- 
vulsivische Bewegungen des rechten Arms ein, die Anfangs 
Suuiuiariiiin d. Medici». 1837. I.
	        
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