Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 2C1) 
Jirium zu erklären, so -wie auch Zerreissung eines grossem 
venösen Gefässes. Noch leichter erklärt sich die Rhexis, wenn 
man krankhafte-Beschaffenheit des Venenbluts annimmt. [Med. 
Zeit. v. Vereine f. Hciik. in Pr. 1837. Nr. 7.] 
108. Rachencroup; vom Kreisphys. Br. Meter in 
Greutzburg. Ein 8jähriges, scropliulöses und schon seit 3 Jah 
ren an der Brust leidendes Mädchen hatte, anscheinend nach 
Erkältung, Ende Juni v. J. über verminderten Appetit, einigen 
Schmerz beim Schlingen und grosse Schwäche geklagt, dabei 
aber noch die Schule besucht. Die Eltern sahen dieses Uebel- 
beiinden für unbedeutend an und schickten ■ erst am 2. Juli zu 
.M., als die bei Halsentzündung gewöhnlichen Hausmittel nichts 
gefruchtet hatten. M. fand das Kind sehr leidend ,und blass 
aussehend, das Auge matt, die Haut kühl, die Respiration 
etwas beschleunigt, sonst aber ungehindert und die Sprache nicht 
verändert. Husten fehlte, der Puls war rasch, klein, der Harn 
hellgelb, klar und die Stuhlausleerung wie gewöhnlich. Appe 
tit fehlte ganz, der Durst war nicht gross und in den letzten 
Nächten war kein Schlaf zugegen gewesen. Berührung des 
Halses war nur in der Gegend der massig angelaufenen Sub- 
maxillardrüsen empfindlich. Aus Nase und Mund kam siiss- 
licli widriger Geruch; die Zunge war gelblich belegt, der 
harte, weiche Gaumen blasser, als gewöhnlich, die Uvula mit 
festsitzendem gelblich-w’eissem, zähem Schleime überzogen und 
die Mandeln sehr vergössert und mit weisser, fasriger Speck 
masse bedeckt, die man mit der Pincette ohne Schmerz in klei 
nen, übelriechenden Theilchen ablösen konnte. An der hintern 
Wand des Pharynx waren 3 inselförmige, pfenniggrosse Stel 
len mit gleicher Masse überzogen. Dabei war das Schlingen 
erschwert, doch lange nicht so, wie bei den gewöhnlichen 
Anginen. Der offenbar asthenische, zum Putriden neigende Zu 
stand liess strenge antiphlogistische Behandlung nicht zu und 
bestimmte den Verf. innerlich Nqu. oxymuriaiica, zum Ge 
tränke Limonade, zum Pinseln der ergriffenen Xheile Neid, 
viuriat. mit Syr. moror. und zum Einreiben am Halse Linim. 
aimnon. zu verordnen. Am 3. Juli war Pat., nach schlafloser 
Nacht, noch matter, und zeigte noch schlechteres, verändertes 
Aussehen und sehr trübes Auge. Die Pulse Avaren schnell, 
klein, weich, die Respiration wenig erschwert, aber beschleu 
nigt, die Sprache etwas rauh. Husten war nicht zugegen und 
ebeu so bemerkte man kein Mitleiden des Kehlkopfs und der 
Luftröhre. Der speckartige Ueberzug aber hatte einen grossem 
Umfang gewonnen, Uvula und angrenzender Theil des weichen 
Gaumens und Umgegend der Mandeln, besonders nach hinten 
und' unten, waren mit Weissem Exsudat überzogen und zwei 
der Inseln an der hintern Wand des Pharjnx zusammengeflos 
sen, auch schien die Tuba. Euslachii mitzuleiden, denn Pat. 
klagte über Schmerz tief im Ohre, besonders beim Oelfnen des
	        
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