Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
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"ahme scheint indess nicht ganz erwiesen. Die Art der Ver 
letzung berechtigt in einzelnen Fällen kaum dazu und lässt eher 
a, *f Lähmung der Ciliarnerven scldiessen. — Eine 2. von der 
eben beschriebenen sehr verschiedene Form der traumatischen 
Augenentziindung erfolgt auf ähnliche nicht aber sehr bedeu 
tende Verletzungen des Augapfels. S. sah sie auf Verletzun 
gen des Auges durch Zwacken, Stich in die Hornhaut, Druck 
des Auges durch Faustschlag etc. entstehen. Der Verletzte sieht, 
unmittelbar nach der Verletzung ganz gut, hat keinen Schmerz 
und die Köthung der Conjunctiva ist sehr unbedeutend. Die 
Pupille ist rund, nicht verzogen, schwarz, träge in Bewegung. 
Nach einigen Tagen stellt sich unter den gewöhnlichen Zeichen 
«ne Iritis ein. Die Pupille bleibt dabei anfangs ziemlich er 
weitert, verliert jedoch die schwarze Farbe, ja ist in einigen 
Tagen meergrün. Jetzt ist auch das Sehvermögen erloschen. 
Leidet dabei die Coruea nicht mit, so kann man ungestört die 
Veränderte Farbe der Pupille beobachten, ohne dass sich jedoch 
unterscheiden Hesse, ob Veränderung des schwarzen 1 Pigments, 
oder des Glaskörpers davon die Ursache ist. Ist die Cornea 
aber in Folge der Entzündung getrübt, so sieht man die ver 
änderte Farbe der Pupille nur undeutlich und wird versucht, die 
selbe in durch die Verletzung veranlasster Cataractenbildung, 
°der in die Pupille schliessenden Exsudationen begründet zu 
glauben. Sobald die Hornhaut hell wird, klärt sich der Irrthum 
auf. Di e Iritis, mit wenigen Schmerzen verbunden, verläuft 
subacut, seltener bildet sich eitriges Exsudat, jedes Mal aber 
schliessen Ausschwitzungen die sich nach mehreren Wochen 
Verengende Pupille und entziehen die tiefem Gebilde des Auges 
^ e r Untersuchung. Auch diese Form sah S. stets mit Atrophie, 
°bgleich er lange Zeit hindurch glaubte, dass er wenigstens die 
Torm des Auges werde erhalten können. Ob nicht vielleicht 
diese dem Glaucom ganz gleiche Färbung der Pupille bei trau— 
Watiscber Entzündung des Auges spätem glücklichem Beobach 
ten Aufschluss über den Sitz der Farbenveränderungen im 
Glaucome geben könnte? Bemerkenswerth ist es besonders 
*°ch, dass in den von S. beobachteten Fällen sich die Pupille 
keineswegs verengte. Als die Iritis durch Farbenveränderung 
^er Iris schon erkannt wurde, und wenn sie auch keine solche 
Erweiterung zeigte, wie im Glaucom, so nahm man doch die 
Tendenz zur Erweiterung deutlich wahr, da die Grösse der Pu- 
P'lle, bei anfangender Farbenveränderung derselben, die naliir- 
hche im Anfänge übertraf. Glaucomatöse Färbung und Pupi!- 
»'nerweiterung scheinen mithin in einem ursächlichen Verliält- 
"tese begründet. War das von Prinz beschriebene Glaucom 
"«'geborner Lämmer vielleicht Folge einer traumatischen Re- 
aci ‘on und stehen dieses Glaucom der Lämmer, das der Men- 
Sc hen unj die vom Verf. beschriebene traumatische Augenent
	        
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