Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
100. A matiroais traumatica sah Dr. J. Brenner i 
Ritter von Felsach zu Lambach zwei Mal in Folge eines Peit- 1 
schenhiebes aufs Auge entstellen. In beiden Fällen war die £ 
Pupille unbeweglich und erweitert, es fehlte die Lichtempfin- < 
düng und die Conjunctiva war stark geröthet. Blutegel, kalte j 
Umschläge und innerlich Calomel brachten in einigen Tagen das \ 
Gesicht vollkommen wieder. [Oestcrr. mcd. Jalirb. Bd. 19. j 
St. 2.] < 
101. Traum atis che Entzündungsformen des i 
Auges; von Dr. Schindler in Greilenberg. In den ophthal- 
inologischen Schriften findet man mit eben so viel Ausführlich 
keit die Verletzungen jedes einzelnen Gebildes des Auges, als 
auch die Veränderungen, die der traumatische Reiz in ihnen 
hervorruft, abgehandelt, aber auf gewisse concrete Formen der 
traumatischen Entzündung scheint man weniger geachtet zu ha 
ben, obschon dieselben, nach bestimmten Verletzungsmodalitä 
ten, sich immer unter denselben characteristisehen Erscheinungen 
mit bestimmten Verlaufe wiederholen. I>ie traumatischem Re- 
aotion ist sich im Auge keineswegs immer gleich, so wenig, 
als die besondern Modiftcatiouen der verletzenden Gewalt auf die 
verschiedenen Gebilde und mau sucht manche dieser Formen ver- ' 
geblich in den Beschreibungen der traumatischen Ophthalmie. Das 
Bild der der Extraction folgenden Augenentzündung ist bekannt; 
eine eigenthümliche, den Erfolg der Keratonyxis bisweilen trü- , 
bende Entzündungsform hat S. früher beschrieben und 2 andere 
traumatische Entzündungsformen, die er . mehrfach beobachtet 
hat, deutet er in diesem Aufsatze kurz an. Die ferste ist schon 
von Lawrence erwähnt, über die zweite aber hat S. um 
sonst in öphthalmologischen Schriften nach Aufklärung gesucht. 
— Zuweilen erfolgt auf anscheinend unbedeutende Verletzun 
gen des Bulbus, z. ß. einen kleinen Schnitt in die Cornea, 
öfter auf einen den Bulbus beleidigenden Druck, ein gewor 
fenes Erdklos etc. sogleich Abnahme des Gesichts, Pat. sieht 
nur noch Gegenstände im dichten Nebel, oder bat gar keine 
Liohtempfindung mehr. Er ist dabei ganz ohne Schmerz und 
es fehlt im Anfänge jede Entziindungsröthe. Erst nach einigen 
Tagen stellt sich geringe Rothe der Conjunctiva, zuweilen auch 
der Sclerotica, ein. Die Pupille ist unbeweglich, entweder 
gleichmässig erweitert, oder eckig verzogen, schwarz. Später 
veriäth sioh die Entzündung der Iris in veränderter Farbe der 
selben, Pat. hat aber dabei keine Lichtscheu, im Gegentheile 
sucht das Auge das Licht. Das sich bildende Hypopyon wird 
glücklich beseitigt, doch wird das Auge stets atrophisch, wäh 
rend die Cornea ganz gut bleibt und nur nach und nach ver 
kümmert. Lawrence sucht den Grund dieser Entzündung in 
durch die Verletzung verursachter Zerreissuug der Retina. Diese 
allein auf die plötzliche Störung des Gesichts gegründete An-
	        
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