Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

246 III« Chirurgie und Ophthalmologie. 
und später kehrte sie nicht wieder. Vom Tage der Operation 
an nahm der Ausfluss aus den andern beiden Fistelgängen ab. 
die schwammigen, leiclitblutenden Aufwulstungen verloren sich, 
die Ränder kehrten sich nach innen und am 13. October hatte 
sich der Gang oberhalb des Schlüsselbeins geschlossen. Der 
nach dem Rücken führende sonderte noch dünne eiterartige Lyn)' 
phe ab, die wahrscheinlich aus den erschlafften Wandungen 
und der vielleicht noch nicht ganz zerstörten Schleimhaut kam. 
Der Kopf näherte sich nun der normalen Stellung immer mehr, 
blieb aber in seiner Articulatiou mit den ersten Halswirbelbei- 
nen unbeweglich and die geringe Rückwärts- und Seitenbewe- 
gung wurde nur durch die 5 untern Halswirbel vermittelt. Ge- 
gen früher w ar die Eiterabsonderung aus der neuen Wunde am 
Halse offenbar geringer und das Aufhören des Schalls, den un 
terliegende Flüssigkeit beim Druck erzeugt und den man vorher 
auf der Schulter beständig wahrgenommen, die Schmerzlosigkeit 
dieser Gegend, so wie geringe Absonderung lymphatischer Feuch 
tigkeit liess nun von Einspritzung einer Lösung des Brechwein 
steins im angegebenen Verhältnisse bessern Erfolg hoffen. Da 
mit die Flüssigkeit möglichst weit zw ischen die erschlafften Wan 
dungen gelange, brachte S. am 17. October eine elastische 
Röhre zuerst unter die Schulterblattmuskeln aufwärts, dann ab 
wärts, injicirte so wiederholt und hielt die Flüssigkeit daselbst 
einige Minuten zurück. Die Schmerzen waren jetzt zwar wie 
der heftiger, als früher, allein noch am Abende entstand schmerz 
hafte Anschwellung und Rötlie des Rückens, die auch bis zun» 
nächsten Tage anhielt und indess hörte die Eiterabsonderung 
auf. Am 3. und 4. Tage, den 19. und 20. October wurde 
dieselbe zwar noch einmal recht heftig, aber dann hörte sie 
mit Verschwinden aller Nebenzufälle für immer auf, so dass 
sich auch diese Höhle am 24. ganz geschlossen hatte. Die Ei 
terung der cauterisirten Stellen war noch ziemlich stark, wenn 
man sie auch stets mit IIng. basilic. verbunden hatte und der 
Brandschorf links hatte sich am 20. noch nicht ganz abgestos- 
sen. Bei zunehmender Besserung des Gesammtzustandes und 
Zunahme der Kräfte und de» Volumens verkleinerte sich auch 
die letzte noch übrige Oelfnung, doch W'enn auch hier dieselben 
Vorgänge der Schliessung, wie zuvor bei den beiden andern, 
Statt hatten, die Ränder sich auch nach innen bogen und ver 
tieften , konnte S. doch mit der Sonde über 3 Zoll w eit nach 
hinten und unten, ohne dass er eine Spur von Caries irgendwo 
wahrnahm, gelangen und bei Druck auf diese Stelle floss eine 
Flüssigkeit, der später auf dem Rücken bemerkten ähnlich, ab. 
Wiederholte Einspritzungen von Anfaugs etwas verdünnteref, 
dann stärkerer Auflösung des Tart. emetselbst einer mit h l .r 
Sabinae bereiteten, waren erfolglos. Der Verf. brachte daher 
am 24. October durch die kleine Oeflhung eine starke, fas*
	        
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