Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
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■Allgemeinbefinden ging es viel besser. Pat. fieberte wenig, 
Auswurf und Seitenstechen hatten sich Terioren, die Nacht- 
scliwtisse waren weniger profus und nicht immer zugegen und 
r,er Schlaf in der Regel gut. Nur die Eiterabsonderung aus den 
Mstelgängen war noch unverändert. Zwei blutige Erweiterung 
R en nützten weiter nichts, als dass sich S. überzeugte, dass 
der nach dem Nacken führende Kanal in den tiefen Halsmuskeln 
“"d den Rautenmuskeln fortlief. 2 Einspritzungen in diesen 
Kanal aus einer Brechweinsteinauflösung (1 Theil Tart. einet. 
®>'l 60 Theile Wasser) zu verschiedenen Zeiten unternommen 
bewirkten die beabsichtigte adhäsive Entzündung derWandungen 
®jcht, die Absonderung wurde dadurch nur um so stärker und 
die überaus heftigen Schmerzen, die durch die ganze Brust gingen 
bnd das Athmen hinderten, schienen neue Gefahr herbeizufiihren. 
Ben Zweck: die Schliessung der Fistelgänge zu bewirken, dem 
Eiter freien Abfluss zu verschalfen und vielleicht noch zu be 
rgende Infiltration in die Brusthöhle zu verhüten, hoffte S. 
bür noch allein durch blutige Erweiterung der kleinen Oeffnung 
binter dem Ohre nach dem Halse herab, zu erlangen. Gefahr 
*! n d Richtung des zu führenden Schnitts wohl überlegend, schritt 
am 7. October zur Ausführung. Nachdem er die kleine, nach 
*'nten und abwärts führende Höhle auf einer Hohlsonde getrennt 
batte, gelangte er mit einer Knopfsonde in eine weite Höhle, 
d' e nach dem Pharynx führte. S. trennte nun das über Zoll 
yerdickie Zellgewebe mit bauchigem Scalpell von aussen nach 
innen i n wiederholten Messerzügen und durchschnitt etwa in 
Mitte oder im hintern Drittheil der Insertion des Sternoclci- 
'j'jncistoideus diesen gerade abwärts, wobei die Art. occipila- 
verletzt wurde und eine ziemlich starke Blutung aus der 
^'efe Statt hatte. Nachdem der Schnitt am hintern Rande die- 
S j 8 Muskels, sich nach hinten entfernend, reichliche 3 Zoll 
bbwärts vollluhrt worden, konnte S. bequem mit dem Zeigefin- 
8 er in die nach dem Pharynx führende Höhle, die mit weisser 
^ter Schleimhaut ausgekleidet war, kommen. Der äussere untere 
j l,l| dwinkel war -J- Zoll tiefer als der innere. Die Wunde 
Se 'bst wurde mit Charpie ausgefüllt und so mittelst Compressen 
b"u anssern Drucks die Blutung gestillt. Gern hätte S. den 
c , B itt noch weiter verlängert, doch die Höhle führte zu 
j ei t nach hinten und innen, zwischen die tiefen Halsmuskeln, 
e . n Leiwtor scapulae etc. so dass die Operation ohne Durch- 
bueidung der Muskeln und einiger Zweige der A. cervicalis 
‘Wendens, die, wenn auch nicht bedeutend stark, doch we- 
?* n Unzugänglichkeit leicht gefährliche Blutung hätten bedingen 
° nn en, nicht ausgeführt werden konnte. Bei Abnahme des 
® rslen Verbandes kam die Blutung wieder, wenn man diese 
' erst dea 3. Tag vornahm und der Verband von Eiter ganz 
bfchuässt war. Man stillte die Blutung wie das erste Mal
	        
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