Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
1 Zoll nach hinten, nahm man eine freie OefFnung wahr, die 
nur von Zeit zu Zeit einige Tropfen Eiter entleerte. Mittelst 
Sonde konnte man in derselben nicht über 4- Zoll rück- und 
abwärts kommen. Die Geschwüröffnung über dein linken 
Schlüsselbeine stellte eine taschenförmige Höhle mit missfarbi* 
gen schlaffen Hautdecken dar. Die Geschwulst auf dem Kücken 
stieg von den Schulterblättern bis zum ersten Lendenwirbel her* 
ab. Die Oberfläche derselben wich von der natürlichen Haut' 
färbe wenig ab und fiel nur etwas ins Köthliche, sie selbst W'8f 
über 5 Zoll breit, nicht zugespitzt, ovahund und stark flucti' 
rend. Ein Schnitt, von der Mitte der Geschwulst 2 Zoll ab' 
wärts, entleerte viel dünnen, gelblich weissen Eiter von unge' j 
wohnlichem stechendem Gerüche. S. suchte zunächst die ge' ! 
sunkenen Kräfte durch Inf. Chinae mit Calam. arom., versüsst® 
Säuren, Anfangs auch Naphtha und Tinct. opii. zu unterstütze® 
und verordnete für den Abend Puiv. Doweri. An Radicalhei' 
Iung war überhaupt, besonders bei der weiten Entfernung vo® 
S., kaum zu denken, weshalb der Verf. dem Kranken, de® 
er am 18. Juli und 4. August wenig verändert und nur inso' 
fern gebessert fand, als Kräfte und Appetit sich etwas gehoben 
hatten und die Verdauung geregelter schien, rieth, sich nach 
Gebesee bringen zu lassen. Dies geschah denn auch am 19* 
Sept. Aus den von den Congestionsabscessen noch zuriickgeblie' 
benen Fistelöffnungen ergoss sich täglich eine Menge dünne® 
Eiters, welcher nicht besonders auffallend roch. Einspritzunge® 
durch die Fistelöffnungen hinter dem Ohre flössen aus jene® 
beiden mit gleicher Leichtigkeit ab. Der Kopf stand in der ab' 
wärts und seitwärts geneigten Stellung unbeweglich fest; die 
Sprache war noch heiser und matt, das Schlucken aber etwa^ 
leichter, als früher. Ungesäumt zog nun S. 2 weissglühende 
prismatische Cauterien vom Hinterhaupte längs den erkrankte® 
Wirbelbeinen ganz langsam abwärts und liess sie zu jeder Seite 
nahe am Hinterhaupte mit der breiten Fläche so lange einwH' 
ken, dass die berührten Stellen zu harter schwarzer Kohle ver' 
brannten. Ausser dein nach mehreren Tagen bemerkten Nach' 
lasse der innern Schmerzen war indess in den ersten Tagen kei® 
besonders günstiger Einfluss zu bemerken. Die Kräfte wurde® 
auf alle Weise unterstützt und später, da es die Verdauungsor' 
gane zuliessen, der China oder dem Calmus Phosphorsäure z®' 
gesetzt und in die Fistelgänge täglich ein Jnfus. aus den gern’.®®' 
ten Substanzen, wohl auch aus Sabina mit Myrrha eingesprit 2 *« 
Bis zum 4. October hatte sich das Uebel im Nacken merkli c ® 
gebessert, der Kranke konnte den Kopf etwas besser aufrichte® 
und besonders w r ar es nicht mehr nöthig, dass er mit den La®' 
den unterstützt wurde, wiewohl dies aus Gewohnheit i' üC ® 
bisweilen geschah. Der Schmerz wurde nur durch Beweg®®' 
gen hervorgerufen und war auch dann nur gering. Mit de® 1
	        
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