Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

216 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
das grösste zuerst am Ursprünge des Nerven und so fort bis zunt 
allerkleinsten am andern Ende, wenigstens liess sich bei 
solch einer Anordnung leicht denken, wie ein Eindruck auf das 
äusserste peripherische Kügelchen sich in einem Nu bis zum gröss 
ten , ohne allen Kräfteaufwand, durch die elastische Kugelreihe 
mittheilte, während umgekehrt ein anderer Nerve ein Bewe 
gungsnerve seyn würde, wenn sein grösstes Kügelchen einen 
Stoss erhielt, durch den, durch die ganze Reihe fortgepflanzt, 
das äusserste kleinste mit Gewalt frei gemacht würde. Die aus 
vielen solchen Quellen zugleich frei werdende Wärme würde das 
Muskelgewebe nach Bedürlniss durchdringen und spannen und 
so die Bewegung zu Stande bringen. Hiernach wird schwer 
lich das äusserste Kügelchen fehlen, sondern es wird sich au 
genblicklich auf Kosten der ganzen Reihe ersetzen, immerhin 
liat diese aber einen Kraftverlust erlitten; daher endlich Ermü 
dung und Erschöpfung. Die Nerven, die nach unwillkürlich be 
wegten Organen gehen, enthalten vielleicht Wärmekügelchen 
von gleicher Grösse; wie dem aber auch sei, nimmt man nur 
an, dass der ununterbrochen dauernde Verbrauch ihres Gehaltes 
sich augenblicklich ersetze, daher sie keine Ermüdung erleiden, 
während der Ersatz der willkürlichen Bewegungsnerven erst im 
Schlate erfolgt; so besitzen die Nerven auch alle Eigenschaften, 
die unwillkürlichen Bewegungen zu Stande zu bringen. Denn 
wissen wir, dass die Gefässe, und besonders die Arterien mit 
einem ausserordentlichen Nervenreichthume versehen, ja nach 
Lobstein mit einem wahren Nervenzellgewebe, aus unendlich 
vielen und feinen Nervenstrahlen bestehend, umgeben sind, so 
ist es sehr einsichtlich, dass die mittelst der Nerven zugeführte 
und nach und nach frei werdende Wärme es ist, die das Blut 
nicht nur erwärmt, sondern auch bewegt, und die immer in 
solcher Menge ins Blut Übertritt, als es nöthig ist, um dem Me 
dium, in welchem der Mensch lebt, also dem atmosphärischen 
Luftdrucke das Gleichgewicht zu halten, daher die freie ani 
malische Wärme sich fast immer gleich bleibt. Eben so wird 
man kein Bedenken tragen, der aus einem Secretionsorgane aus 
tretenden freien Wärme neben der durch die Wärme gleichfalls 
bewerkstelligten Circulation des Blutes die Vermittelung der Se- , 
cretion zuzuschreiben, wenn auch der unbedeutende Unterschied 
zwischen den meisten Secreten und dem Blute irgend einen hie? 
obwaltenden Umstand noch im Dunkeln lässt. Und folgt nun 
aus diesem Allen, dass da, wo Wärme verbraucht wurde, an 
dere freie Wärme deren Stelle einnimmt, und ferner, dass diese 
freie Wärme wiederum durch vorher latent gewesene ersetzt 
wird, und wurde bei der Bildung des Choleragiftes wirklich eine 
Menge Wärme gebunden, so muss gerade die Wärme, die J“ 
den Secretionsorganen der Dünndarmsäfte verweilt, die erste seyn, 
welche nachtritt, w r eil die eben vorausgegangenen Düundarm- 
ßäfte es waren, deren Warme zuerst gebunden wurde, und s°
	        
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