Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

I» Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 213 
"ach nnd nach mit dem Mundspeichel, dem Magensafte, dem 
pancreatischen Safte und der Galle, und später mit den Darm 
säften mische; dass hierdurch die gehörige Auflösung oder Ver 
flüssigung, die nötliige Vorbereitung zur Aufnahme und die Tren 
nung des Brauchbaren vom Unbrauchbaren bewerkstelligt werde; 
ferner, dass, wenn einerseits der Galle, meist selbst aus ver 
brauchten Stoffen bestehend, vorzugsweise die Function ange 
wiesen ist, sich der unbrauchbaren Nahrungstheüchen zu bemäch- 
bßen, um mit diesen später excernirt zu werden, dagegen die 
.jäne des Dünndarmes, wenn auch nicht mit allen, doch mit 
, b ren meisten Theilen, es vorzüglich seyn mögen, die bei ihrem 
Austritte aus ihren Secretionsorganen sich die brauchbaren Nah- 
rungstheilchen aneignen, um mit diesen w ieder von den Lymph- 
Rclässen aufgenommen zu werden; und endlich, dass dieser 
Ranze Process auf dem breiten, hierzu allein tauglichen Felde 
"cs tropfbarfliissigen Aggregationszustandes vor sich gehe. In Be 
treff der Aggregationszustände aber lehrt uns die Chemie, dass die 
Verbindungen gasförmiger und fester Körper lediglich nach der 
Intensität der chemischen Verwandtschaften erfolgen, dagegen, 
dass im tropfbarfliissigen Zustande, wenn hier zwei od-r meh- 
re re Körper eine graduell verschiedene Verwandtschaft zu einem 
ntten haben, sielt dieProducte nicht mehr allein nach der grös- 
sern oder geringem chemischen Verwandtschaft, sondern im zu 
sammengesetzten Verhältnisse aus der Intensität der chemischen 
Verwandtschaften und der Masse bilden. — Dieses vorausge- 
J-H*,, scheint es nun, als ob das nächste Choleraprincip eine 
chemische Verwandschaft zur Galle, eine weit grössere aber 
"ach 211 den Säften des Dünndarmes habe, dass diese beiden 
T die Säfte des Dünndarmes und das nächste Choleraprincip — 
Product bilden , das — es genüge einstweilen so viel — eine 
Menge Wärme binde, und das endlich, weil man soviel Aelin- 
icnkeit der Cholera mit einer Vergiftung gefunden hat, das 
Choleragift heissen mag. Das nächste Choleraprincip muss sich, 
weit es in der Atmosphäre verbreitet ist, doch auch den 
' Prisen, besonders den flüssigen, und noch mehr den oflenste- 
>enden > der Atmosphäre ausgesetzten Getränken mittheilen. 
muss auch jedes Individuum, das innerhalb einer atmo- 
s Phäri,sehen Choleraconstitution lebt, von der Cholera ergriffen 
Reeden. So ist es aber auch. Allein so wie das der Nahrung 
, e 'Remiscbte nächste Choleraprincip nach nnd nach in den Darm- 
tritt, bemächtigt sich seiner zunächst die Galle, und diese 
. I ® es ohne alle Störung durch den Darmkanal führen, wenn 
' C H im Dünndarme die dortigen Säfte einzelne Portionen des 
mu s durchdrängen, dabei die Galle aus ihrer Verbindung 
't dem nächsten Choleraprincipe trieben und mit diesem kleine 
"rtikelclien Choleragift bildeten. Aber dies geschieht nur im 
einen und nach und nach, dabei behält die Galle, weil bei 
"ssigkeiten die chemische Verbindung nicht blos von der Ver-
	        
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