Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

I* Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 209 
pfähl unter allen Umständen die Zertheilungsversuche fortzu- 
6e |zen. Nun wurde eine Krankengeschichte nach Berlin ge 
knickt, wo der Verein der Heilkunde für Preussen der Ansicht 
«cs Verfs. beistimmte und zu vorsichtiger Ausführung der Ope 
ration rieth. Wegen anderer Beschäftigung konnte diese jedoch 
nicht sofort vorgenommen werden, wohl aber beschloss man, 
s *e im Winter 183|, mit Beihülfe eines andern Arztes, zu voll- 
aiehen. Kurz zuvor, im Dec. 1835, erkrankte jedoch der Knabe 
P otzhcli an heftigen Zufällen von Unterleibsentzündung mit ty 
phösem Fieber. Dabei trat auch bald lebensgefährliche Reten- 
*° Ur jnae ein, die, da der Versuch, den Katheter einzulegen, 
® i misslaug, nur durch Entfernung des fremden Körpers roit- 
elst Operation oder Blasenstich gehoben werden konnte. Jene 
Operation erschien an sich nicht ohne Gefahr, denn mit einiger 
Zuversicht auf die Auffindung des fremden Körpers konnte sie 
nicht leicht füglich an einer andern Stelle vorgenommen werden, 
. 8 unter dem Schambogen, wo man in der Tiefe das Hinder- 
Dlss fühlte, oder man hätte den Seitensteinschnitt ausführen müs- 
Sen * Bei ersterer Operation konnte leicht die Arteria pudenda 
Co,, ‘»ninis verletzt werden, und wurde mehr zur Seite nach aus- 
® en bin operirt, so war der Funicuhs spermaticus in Gefahr. 
p Uc 1 üess sich in beiden Fällen Harniniiltration mit ihren bösen 
q gen nicht vermeiden. Am 18. Dec. 1835 schritt man zur 
^Pcration. Man legte den Kranken, nachdem der Katheter, so 
e,t es zulässig, eingeführt worden war, auf einen Tisch, machte 
ijuerhalb des Schanibogens von innen nach aussen einen lj Z. 
n Ren Hautschnitt, ohne Verschiebung der Hautdecken und weit 
S^ nu g vom Scrotum entfernt und drang mit dem Finger in die 
uode. Den Samenstrang schob man zur Seite, so dass er 
s Warts vom eingehenden Finger liegen blieb. Indem der Fin- 
! . 8 Sonde diente, verlängerte man längs demselben den Ein- 
j^ nut in die Tiefe und drang 60 endlich bis auf den fremden 
“tper, Worauf man die ihn umgebende Haut der Länge nach 
fest nUt ' ^ er f remt k Körper sass nach hinten an der Prostata 
bol» UU ^ Musste von ihr getrennt werden. So zog man einen 
leo. >,len ** r . 0S8en Stein hervor und beendigte die Operation mit An- 
e ines passenden Verbandes. Bei der Operation ging we- 
dio ]u Ut a ^’ s päter jedoch erfolgte heftige Nachblutung durch 
2 um . rnr ®hre, die man durch Injectiou und kalte Umschläge 
8c hi if <e * len brachte. Den Katheter bis in die Harnröhre zu 
Op e , . n » war auch jetzt nicht möglich, weshalb er nach der 
l«s ?‘ ,0n en, f ernt w urde. Nach einer Stunde liess Pat. bew nsst- 
W u *j n Harn, und zwar mit starkem Strahle durch die gemachte 
(Jon"j * Gleichzeitig entstand längs dem Samenstrange Infiltra- 
gcdel 6S ^ arnes in .d en Hodensack, wodurch derselbe sehr aus- 
(j un , ,nt wuide. Der Harn aus letzterem konnte durch gelinde 
^acht SSi ° n ent ^ eert werden, weshalb kein Einschnitt weiter ge- 
Wurde. Alles kam nun darauf an, nach Aufhören der 
aia uiatinm d. Medicin. 1837. 1. 14
	        
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