Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

I* Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 197 
fälle hervorruften; der Harn ging sparsam ab, war ganz heiss 
bochroth gefärbt; Oeffnung war in 8 Tagen nicht erfolgt; 
er Wenig frequente Puls fühlte sich unterdrückt au und grosse 
!>gst, Unruhe nnd Verzweiflung malten sich in den Zügen. 
Gefahr erkennend, liess G. sogleich 12 Unzen Blut weg 
J 1 “ setzte 9 Blutegel an die von den Zähnen eingeklemmte 
,ln genspitze und 8 blutige Schrüpfköpfe unter den Unterkie- 
er * Einschnitte wollte Pat. durchaus nicht zulassen. Da bei 
. er strotzenden Kranken die Blutung beini Schröpfen und nach 
el > Blutegeln sehr reichlich-war, so trat auch die Erleichterung 
8e . lr sc bnell ein. Nach etwa 4 Stunden konnte die ganz ver- 
8e »nachtete Kranke etwas Wasser und dünne Suppe zu sich 
. ,,en * Nach Entfernung des Verfs. genoss sie aber, gegen 
8'ine Warnung, viel Semmel, Kalfee und Bier, worauf die Aii- 
8c ’vvellung wieder zunahm und am nächsten Morgen viel g-rös- 
als zuvor, war. Das Alhmeu war weit schwerer, als 
Tags vorher und mit jedem Augenblicke wurde die Gefahr der 
Erstickung grösser. Jetzt erst, als G. der Kranken vorstellte, dass 
, e Gefahr nur durch Luftröhrenschuitt zu beseitigen sei, weint 
? le sich nicht gleich zu Einschnitten verstelle, wurden diesel- 
zugegeben. Nachdem Verf. nach mehreren vergeblichen 
^ersuchen den fast unbeweglich stehenden Unterkiefer durch 
!> Korkstiick so weit ollen erhalten hatte, um ein bewaffnetes 
stoun einführen zu können, machte er am rechten Zungeu* 
nde einen halben Zoll tiefe Einschnitte und am linken einen, 
oraus viel kohlschwarzes Blut quoll. Diese Einschnitte trafen 
er nur das vordere Drittel der Zunge; weiter hinter konnte 
,ar > nicht kommen, da die Mundhöhle hier fast luftdicht von 
. e , r ^unge ausgefüllt wurde. Ausserdem machte G. noch einen 
r er ass bis zur Ohnmacht und setzte nach Beseitigung Letzte- 
’ ” a .keine Blutegel zugegen waren, noch Schröpfköpfe um den 
Die Blutung der Zunge wurde durch Bähungen 
ic ‘ ,st lange unterhalten. Dann liess der Verf. das Linim. 
a ^.. mit TJng. lujdrarg ein. fleissig einreiben und durch ein 
niit Tuet, einet, wurde OefFnung geschafft. Nach 2 
Di un yn konnte sich Pat. schon wieder verständlich machen. 
• e Einschnitte waren kaum sichtbar, so sehr war die Zunge 
Nun konnte Pat. auch eine eröffnende 
bald 
“ a, . u zusammengefallen. 
a " tl Phlogistische Mixtur nehmen, die grosse Massen harter Ex 
kremente entfernte. Nach Aufhören der Blutung stellte sich 
seu 6 Tagen zum ersten Male erquickender Schlaf ein, wäh- 
>end dessen allgemeiner Schweiss hervorbrach, der das Fieber 
^»ständig entschied. Bei strenger Diät war am 16. Tage nach 
don > Erkranken das Mädchen wieder hergestellt. Die plötzlich 
^erbrochenen Katamenien kamen piinctlich wieder zum v °r- 
8cl ! ei " und das stets blühende Mädchen ist auch jetzt nach 4 
Jahren noch ganz gesund. [Allgemeine mcdic. Zeit. 1837. 
4.j
	        
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