Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

IV, Gynäkologie und Pädiatrik. 
183 
burtshelfer, so 
band steuern. 
wohnlichen Druckverband erlaubt und Ausstopfen des 8acks in 
Charpie die Entbindung sehr hindern würde, so glaubt der 
Verf. den Zweck ain besten zu erreichen, weun man die bei 
Hasenscharten übliche Vereinigung an wendete, doch mussten 
die Nadeln möglichst nahe au einander durchgestochen wer en, 
dass durch das 8förmige Anlegen des Fadens die Wundlippen 
genau an einander gehalten und bedeckt würden. Hätte man im 
Augenblick keine Hasenschartennadeln, so könnte man gew öhn- 
liehe Stecknadeln nehmen« Diirite auch diese Vei’baudart ie 
Geburt in etwas hindern, so wird sie es doch, wie J. glaubt, 
am wenigsten thun. \JMcd. Corvesp .-Blatt d. wärt. ärztl. rct — 
eins. Bd. VI. Nr. 49.] 
74. Haemorrhagia uteri als Folge polyposer 
Excrescenzen des Uterus; von Dr. Truchsess in Winn 
enden. Eine 48jährige sehr robuste Frau klagte schon vor 
einigen Jahren, nachdem ihre Periode sich längere Zeit sehr 
unregelmässig und schwach gezeigt hatte,. über Gefühl von 
Druck und Schwere des Unterleibs, wozu sich später Spannung 
der Lenden und Kreuzgegend fand. Anlangs blieb das Allge 
meinbefinden ziemlich gut. Appetit, Verdauung und Schlaf 
W’aren regelmässig und die Urinsecretion nicht gestört. Nach- 
d in aber die Spannung im Unterleibe zugenommen, stellte sich 
Mangel an Esslust, periodische Verstopfung, Brennen bei dem 
sehr sparsamen Urinabgange und endlich leichtes Oedcma pe- 
dum, Dyspnoe und hiermit ein, wie in ähnlichen hallen von 
Osiander, v. Siebold, Stark u. A. beobachtetes, an 
dauerndes Gefühl von Drängen des Uterus nach unten ein, so 
dass der Verf., um der Sache ganz gewiss zu seyn, auf äus 
sere und innere Untersuchung antrug, die denn nicht nur um 
schriebene und lluctuirende Geschwulst über den Schambeinen 
nachwies, sondern auch eine solche hinter der fast ganz ver 
strichenen, weichen und nachgiebigen Vaginalportion des Mut 
termundes, die als Ursache jener Beschwerden Hydrometra 
asciiica erkennen liess. Auf gelind aullösende Mittel innerlich 
und änsserlich: Digitalis, Crem, tart., Liq. Kali acet., Extr. 
Luchte, vir., Cicuta etc. entleerte sich später unter spastischen 
Aul allen ausserordentlich viel Wasser, worauf alle Beschwer- 
den geringer wurden. Der Abgang der hydropischen Flüssig 
keit erfolgte von jetzt an auf resolvirende Mittel, wie auch zu- 
"eilen ohne diese, in unregelmässigen Perioden und hatte immer 
grosse Erleichterung zur Folge. Es zeigte sich dabei nie Spur 
Vo . n Menstrualblut, bis in der ersten Hälfte des Jan. 1836, wo 
,mt .dem Wasserabgange nicht unbedeutende llaemorrhug'm 
eintrat. Anfangs war diese schwach, wurde aber bald 
starker, heftiger und jetzt erst, den 14. Jan., liess Pat. den 
verl. ruten, als sie bemerkte, dass bald grössere, bald kleinere
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.