Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
obgleich die Behandlung bereits über -J- Jahre währt und immer 
droht die Strietur sich wieder zu verengern, wenn mail längere 
Zeit die Ausdehnungssonden nicht anwendet. Die Erfahrung» 
dass Metallsonden in weit kürzerer Zeit viel grösseren Erfolg 
haben, als andere Erweiterungsmittel, fand H. auch hier völlig 
bestätigt. \v. Gräfe’s u. v. IGalt her’n Jour/i. d. Chirurg. Bd. 
24. Hfe. 4.] 
IV. Gyn.aek.oi.ogie und Paediatrik. 
73. Ueber Blutung aus geborstenen Blutader* 
knoten, vorzugsweise während der Geburt, nebst 
einem Vorschlag, die Hasenschartennaht zur Stil' 
lung derselben anzuwenden; vom Wundarzt Josenhans 
in Gerlingen. Jedem beschäftigten Wundarzte sind gewiss 
schon Fälle von Blutungen durch Berstung der Blutaderknote» 
vorgekommen. Solche Blutungen, so heftig sie auch sind, las- 
sen sich meist leicht zum Schweigen bringen. Berstet jedoch 
ein Blutaderknoten, oder vielmehr eine erweiterte Blutader def 
weiblichen Geschlechtstheile während der Geburt, so kann, ist 
nicht schnelle und zweckmässige Hülfe zur Hand, Mutter und 
Kind verloren seyn. Sehr oft kommen solche Erweiterungen 
der Blutadern der grossen Schamlippen während der Schwan 
gerschaft und besonders bei sogenannten schwammichten Sub- 
jeden vor. In diesen Theilen werden die Blutadern oft s» 
erweitert, dass sie, besonders gegen Ende der Schwangerschaft 
manche Beschwerde machen. — Die nähere Beschreibung die 
ses Uebels unterlässt J. und beschränkt sich nur auf die zut» 
Glück seltene, doch hier und da vorkommende Berstung u»d 
dadurch entstandene Blutung. Mit anfangender Geburtsarbeit 
fliesst das Blut stärker gegen die Genitalien; der Rückfluss des 
selben wird, theils durch beständiges Drängen, theils durch 
Eintritt des Kopfs ins kleine Becken zum Theil gehemmt ud® 
die schon vorher sehr ausgedehnte Blutader kann dem Andrang e 
nicht mehr widerstehen und reisst noch ehe der Kopf durch 
schneidet, wodurch dann eine für Mutter und Kind tödtlioh® 
Blutung erfolgt. Im andern Falle berstet die Ader M ährend de* 
Kopf durchschneidet. Hier ist die Blutung weniger heftig, W eI 
sich die Wundränder durch die Ausdehnung, die der Kopf ^ e1 ‘ 
ursacht, nicht so weit von einander entfernen können und “ 
die Geburt gewöhnlich bald beendigt wird, so ist die Gefah 
nie so gross, denn nach der Geburt wird man die Blutuof» 
leicht stillen könnet». Im ersten Falle aber ist, wie schon f r ' 
wähnt, schleunige Hülfe nöthig. Ist der Wundarzt zugl <1( ^ 
Geburtshelfer, so wird er natürlich keinen ^Augenblick vorbf^ 
gehen lassen und die Geburt künstlich beendigen und er 
so bald die Blutung zum Stehen bringen; ist er aber nicht G e
	        
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