Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

180 III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
der die äussem und innern Geburtstheile sehr heiss, trocken 
und angeschwollen und den Kopf des Kindes hoch und beweg* 
lieh über dem Eingänge stehend, fand. Ohne das Vorhergegan* 
geue würde H. zugesehen und zur Geduld ermahnt haben, jetzt 
aber, da man Fortschreiten der Entzündung der äussem und in 
nern Geschlechtsiheile besorgen musste und da alle Geburtsthä- 
tigkeit mangelte, konnte man der Natur nichts mehr überlassen. 
Doch aucli die Zangenversuche des Verfs. scheiterten beim ho 
hen Stande des Kopfs. Nach einiger Erholung der Gebärenden, 
während welcher keine Geburtsthätigkeit zurückkehrte, schlug 
H. die Wendung vor, durch die das Kind todt, ziemlich müh 
sam, doch ohne Instminentalhiilfe, herausbefördert wurde. Spä 
ter entzündeten sich aber die äussern Schamlefzen so, dass 
beide, die rechte etwas weniger, die linke aber ganz, voW 
Schoossbeine bis gegen den After brandig und zerstört w urden. 
Nur mit Mühe wurde die Wöchnerin gerettet. Die Harnaus 
leerung war die ersten Tage nach der Entbindung natürlich) 
nach einigen Tagen aber hatte sich der Brand bis zur Blass 
erstreckt und diese mitergriffen, so dass nach Abfallen def 
Brandschovfe der Harn aus der linken Inguinalgegend floss und 
eine Sonde bis tief in die Blase drang. Der Verl - , sah diesem 
Uebel, ohne dass er einschritt, 4 Wochen zu, um völlige Ab- 
stossung alles Ergriffenen und Regeneration der Theile abzuwar 
ten, w obei er nur innere Behandlung und zweckmässigen Ver 
band der eiternden Stellen im Auge behielt. Dann aber heilt® 
er die Harnfistel gründlich durch 14tägiges Einlegen eines Ca- 
theters. Nach völliger Wiederherstellung sah man nur an de» 
Schamlippen die Spuren der Zerstörung und im Scheideng®' 
wölbe scheint die Vaginalportion des Uterus mehr nach vorn zu 
liegen und zu adhäriren, als natürlich. Die Frau ist ganz her- 
gestellt und hat vor Kurzem wieder zwar langsam, doch ohne 
künstliche Hülfe, geboren. — 5) Ein Mann in den mittler» 
Jahren, der mehrere Urethral-Blennorrhöen überstanden, fühlte 
seit längerer Zeit bedeutende, immer zunehmende Beschwerde» 
beim Harnlassen. Bei der Untersuchung fand sich etwa 3 Z"j* 
von der Mündung der Urethra eine Verengerung, durch die 
keine Sonde oder Darmsaite zu bringen war, selbst mit ein<- f 
gewöhnlichen Knopfsonde liess sich der Kanal der Strictur nid 1 * 
durchdringen. Nur eine metallene Haarsonde fand die kl<i» e 
Oeffnung und nun Hessen sich ganz feine Violinsaiten einführe»’ 
Nach Herausnahme zeigten diese an der Verengerungsstelle e>»® 
ganz scharf und schmal eingeschnittene Vertielung, so da sS 
sich deutlich ergab, dass der die Mündung bildende innef® 
Rand der Strictur im Durchmesser von vorn nach hinten nie» 
dicker, als ein Kartenblatt, sei. Ausdelmungsversurbe wirkte» 
etwas, doch wurde das Lumen der Strictur nur sehr längs» 111 
erweitert und nur allmäldig konnte man dickere Darmsaiten ej 11 ’ 
legen. Doch jedes Mal nach 2- bis 3tägiger Entfernung de*
	        
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