Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
gen starb Pat. Die Section, 25 Stunden nach dem rode, er 
gab starke Wasseransammlung im Herzbeutel, Verdickung des 
Pericardiums, Anfiillung der linken Brusthöhle zu ; mit eiteri 
ger, flockiger Flüssigkeit und eine gerötliete, mit eitrigen Concre- 
tionen überzogene Pleura. Die Lungen waren unverändert. 
Der Beobachter dieses Falles hat demselben folgende Bemerkun 
gen beigefügt: 1) es ist merkwürdig, dass auf ein Ery sipelas 
Phlegmone folgte und dies zuerst auf der Schulter, dann auf 
der Wange, endlich auf dem Pericardium und der Pleura. 
Dies beweist, dass örtliche Entzündungen zuweilen allgemeine 
werden können und dass es wirklich eine Diathcsis inflamma- 
tovia giebt. 2) Im ganzen Falle bemerkte man überall die 
Anstrengungen der Heilkraft der Natur: dieselbe bemühte sich 
fortwährend das Uebel zu localisiren. Die 3 ersten Krisen wa 
ren jedoch ohne Erfolg und die letzte unglücklich, weil sie 
sich auf für das Leben zu wesentliche Organe einstellte. 
Hätte sich letztere auf die äussere Haut geworfen, so hätte sie 
zweifelsohne das Uebel günstig entschieden. 3) Es fand sich 
zugleich wahre Dtalhesis pumlcnia vor. Wie die Brustzufälle 
eintraten, hielt man sich völlig davon überzeugt, dass schon Eiter 
in der Pleura ergossen und daher jeder weitere Rettungsversuch 
vergeblich sei. 4) Am wichtigsten ist es, dass die Section Peri 
cardilis zeigte, während man in der Krankheit auch nicht eine 
Spur dieses Uebels wahrgenommen hatte. — Diesen Bemerkungen 
fügt nun Z. seine eigenen hinzu. Geschwulst des Erysipels, 
Schlaflosigkeit und schneller Puls waren die Anzeigen zum er 
sten Aderlässe von 18 Unzen. Es war Entzündung zugegen, 
folglich Antiphlogose; Blutentziehnngen sind die kräftigsten ent 
zündungswidrigen Mittel: je energischer man also dieselben an- 
wendet, desto eher hebt man eine entzündliche Krankheit. Dem 
Entschlüsse zur Venäsection lag offenbar ein solches Raisonne- 
ment zum Grunde. Doch welche Bedeutung haben diese 3 Syin- 
ptome.beim Erysipel? Geschwulst, und starke Geschwulst der 
Haut ist der wahre echte und natürliche Ausdruck des Uebels 
bei vorher Gesunden. Schon die altern Aerzte kannten das Be 
friedigende dieser äussern Erscheinung, denn sie fürchteten nichts 
mehr, als schnelles Erbleichen und Zusammenfallen derselben 
oder Entstehen einer Missfärbung. Lasst man daher bei sol 
chem Stande der Geschwulst zur Ader und dies gar noch in 
dem Sinne, die Geschwulst wirklich dämpfen zu wollen, so thut 
man gerade was Aeltere ihrer Erfahrung nach vermieden wis 
sen wollten. Starkes Fieber, Schlaflosigkeit und schneller Puls 
konnten aber um so weniger die Anzeige zum Aderlässe ver 
stärken, als diese Zufälle häufige und immer gefahrlose Beglei 
ter der Hautalfection sind. Doch hatte man nun ein Mal 18 
Unzen Blut gelassen. Es stellte sich darauf weder Heilung 
°der auch nur Besserung ein, noch aber auch irgend eine be 
denkliche Erscheinung, die an das Unzweckmässige des Ver-
	        
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