Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

117 
III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
zwar nach 48 Stunden noch mit Glück von T. gemacht, doch 
die Reposition des im Halse des Bruchsacks eingeklemmten 
Darmstücks gelang erst dann, als von dem den Darm um 
strickenden Netze ein Stück getrennt, unterbunden und abge 
schnitten war. Die zuvor nach Scarpa, Dupuytren, Che- 
lius u. A. hinter dem sichelförmigen Rande des Gimbernat’- 
schen Bandes gerade nach oben geführten Einschnitte reichten 
nicht hin, weder Darmstück, noch auch Netzpartie zuriickzu- 
bringen. Doch wurde die Operirte nach einigen Wochen bei 
zweckmässigem Verfahren als geheilt entlassen. Ein zweiter 
ähnlicher Fall einer Hernia cruralis incarcerata, der später 
radical geheilt wurde, kam den 1. Aug. in Behandlung des 
Verf. Es ist nachstehender: eine 33jährige Frau, eine Brü 
nette von sensibler Constitution und spastischem Habitus, bekam 
14 Jahr zuvor, vorgeblicli bei Geburt des letzten Kindes, nach 
bemerkbarem Krachen, plötzlich eine kleine runde Geschwulst 
unter dem P oupart’schen Bande rechter Seits, die einigen 
Schmerz und Gefühl von Nachgeben verursachte, sich aber all 
mählich vergrösserte, dass Pat. endlich ein Bruchband anlegen 
musste. Den 31. Juli 1835 war sie genöthigt, nach einem be 
sonders anstrengenden Geschäfte in den sehr kalten Keller zu 
gehen, wo sie sich so erkältete, dass, ausser dem bald darauf 
folgenden Frost und Hitze, Schmerzen im Bruche und bald 
nachher auch im Unterleibe in der Nabelgegend sich einstell 
ten. Das Bruchband war an diesem Morgen nicht angelegt 
worden. Da die Schmerzen sich über Nacht vermehrt und ko 
likartig geworden waren, sich über den ganzen Unterleib ver 
breitet batten und hartnäckige Verstopfung mit Erbrechen und 
Uebelkeit dazu gekommen war, so liess die Frau am folgen 
den Morgen eine Hebamme rufen und sieb ein Klystier geben, 
Abends aber, nachdem das Uebel sich bedeutend verschlimmert _ 
und Augst, (Jnrube und wiederholtes Erbrechen zuerst von 
Speisen und dann von Galle etc. sich eingestellt batte, den 
Verf. holen. Die Diagnose war nicht schw'er. T. fragte so 
gleich nach einem Bruche und als das Vorhandensein eines 
solchen durch den Annuhts cruralis constatirt war, untersuchte 
er denselben genauer. Der Bruch war gespannt und ziemlich 
gross, aber nicht besonders schmerzhaft. Der Puls klein, zu 
sammengezogen, härtlich, die Respiration etwas erschwert. 
Erbrechen erfolgte immer und fast unmittelbar auf leichte Spei 
sen und Getränke. Sedes waren seit 2 Tagen nicht erfolgt. 
Die Unterleibsschmerzcn wechselten periodisch kolikarlig. Pat. 
wechselte von Zeit zu Zeit die Gesichtsfarbe. Da die Ein 
klemmung als nicht rein krampfhafte, sondern wegen ihrer 
"f ue . r es waren schon 27 Stunden verflossen — und des 
baulichen Pulses, wie auch der vermehrten kolutartigen Schmer 
zen mit etwas Entzündlichem gemischt angesehen wurde, so • 
setzte mau 10 Blutegel auf deu Bruch und seine Peripherie,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.