Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

109 
III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
nur an einzelnen Stellen in Pustelform vorhanden und dass so 
mit liier nur ein kleiner Tlieil des narcotischen Gifts resorbirt 
worden war. Doch wurde auch bei diesem Kinde die Tabaks 
kruste entfernt und, die Blutegel ausgenommen, wie erwähnt 
verfahren. — Es ist bekannt, dass der Tabak nicht nur änsser- 
lich in Form von Bädern, Cataplasmen, Fomentationen, Klystie- 
ren und Pflastern in verschiedenen Krankheiten, namentlich 
aber gegen Tetanus traumaticus, Trismus., bei gichtischen, 
rheumatischen, selbst erysipelatösen Entzündungen der Gelenke, 
Hoden und Augen, beim Croup und Keuchhusten, in Dysen 
terie, besonders aber bei eingeklemmten Brüchen aller Art 
mit ausgezeichnetem Erfolge angewendet wurde, sondern dass 
er auch innerlich, in Form eines Aufgusses, Extracts, Syrups 
oder einer Tinctur gegen Krankheiten der Empfindungs- und 
Bewegungsnerven, namentlich gegen Catalepsis hijsterica, Hy- 
I iochondrie und Hysterie, Epih psie, besonders gegen Keuch- 
lusten und gegen Ischurie schon oft entschieden gewirkt hat. 
Dass aber der Tabak seine narcotische Wirkung: Betäubung, 
Trunkenheit, Schwindel, Erbrechen, Durchfall, Besinnungslo 
sigkeit und, in fortgesetzten grossem Gaben angewendet, selbst 
lähmungsartige Zufälle, besonders bei Kindern und Frauenzim 
mern, wie bei nicht rauchenden Personen überhaupt, äussert, 
wurde ebenfalls durch viele Versuche und Beobachtungen be 
stätigt. Der Tabak äussert seine kräftige, giftige Eigenschaf 
ten in jeder Form, sowohl innerlich als äusserlich, er wird 
resorbirt und in den Strom der Circulation, nach Orfila, ge 
bracht. Dass aber seine Wirkung sich besonders aufs Ner 
vensystem erstreckt, beweisen Schwindel, heftiges Zittern der 
Glieder und lähmungsartige Zufälle. [Med. Corresp,-Blatt d» 
wärt, ärztl. Vereins. Bd. VI. Nr. 51.] 
III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
43. Ein 3 ZoliI langer Pinsel befindet sich II 
Monate hindurch in der Nasenhöhle; von Dr. Mo- 
therbt in Königsberg. Ein 45jähriger Mann suchte im März 
1834 die Nase mit einem Miniaturpinsel von Schleim zu be 
freien. Während er dies that, kam unerwartet Jemand, vor 
dem er sein Vorhaben verbergen wollte. Er schob daher den 
3 Zoll langen Pinsel tiefer in die Nase, bemühte sich aber 
später vergebens, ihn wieder aus der Nase zu entfernen. Der 
Pinsel war nicht zu finden. _ Fortwährende schmerzhafte Em 
pfindungen im Kopfe, nicht in der Nase, stinkender, jauchiger 
Auswurf und Nasenschleim von derselben Beschaffenheit, hefti 
ger, krampfhafter Husten, der früh beim Aufstehen cintrat, 
“ , J'! e 1 , a’" sa gte, durch Herabfallen des Nasenschleims auf 
den Kehldeckel wahrend des Schlafs erregt wurde und eudlioh
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.