Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

II. Materia medica und Toxikologie. 
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sentlichen die mehrerer pharmaceutischer Schriftsteller, z. 15. 
Dulk’s (die Preuss. Pharm, etc. II. S. 886), Duflos’s (des 
sen Handb. der pharm, ehern. Praxis S. 398), Geiger’s (des 
sen Kandb.), welcher sich für beide Präparate, sowohl für dies, 
als auch für das später specieller zu erwähnende reine Cyan 
zink , als zur Aulnalime in die inedicinische Praxis geeignet, 
ausspricht, auch N i e m a n n’s in dessen Zusätzen zur Ph. Ba- 
tava von 1811, Magendie’s in dessen Formulaire von 1827 
und llennie’s in dem 1829 erschienenen ,,a new Supplement 
Io ihe phamacopoeias oj Bondon etc.“ — Im Königreich 
Sachsen würde man das Zincum ferroso - It jdrocijanicum ofli- 
cinell halten müssen, denn im Register zu den im Jahre 1830 
erschienenen Supplementen zum zweiten Theile der Pharmacopoe, 
ist es als: ,,Zincum hyärocyanicwn s. Cifanetum Zinci cum 
ejanureto ferri“ aufgeführt, eine Vorschrift fehlt, ist daher 
liacli Geiger’s Handbuch zu machen; in der Pharmacopoea 
Saxonica vom Jahre 1837 ist des Präparats gar nicht gedacht. 
Geht man iudess zu den verhofften Wirkungen unserer Präpa 
rate über, so würde man seine Meinung allerdings dahin ab 
geben müssen: dass Eigenschaften, wie z. B. die erwiesene 
leichtere Zerlegbarkeit des reinen Blaustolfkaliums sowohl, als 
des reinen Blaustoifzinks, auch eine energischere oder schnel 
lere Einwirkung auf den Organismus präsumiren lassen. Daher 
dürfte es, nicht nur der Gleichmässigkeit dieser Präparate in 
den verschiedenen Apotheken Deutschlands, sondern auch der zu 
erzielenden wirksameren Heilmittel wegen, zweckmässig seyn, 
dass man nur die zuletzt erwähnten, deren Bereitungsweise ich 
in der Kürze folgen lasse, in Anwendung zöge. Die Darstel 
lung des Cyankaliums geschieht am bequemsten, wenn man 
Cyaneisenkalium, von welchem man durch gelindes Erhitzen das 
Krystallisationswasser ausgetrieben hat, bis zur Rothglühhilze 
in einer eisernen Retorte erhitzt. Das Cyaneisen wird zersetzt, 
und man fährt so lange sich Gas entwickelt, ohne die Tempe 
ratur zu steigern, mit dem Heizen fort, das Stickstolfgas ent 
weicht, das zurückbleibende Cyankalium schmilzt und trennt 
sich grösstentheils vom Kohleneisen, man sucht die kleinen Kry- 
stalle möglichst von der schwarzen Masse zu trennen, welche 
man pulverisirt und im erkalteten Zustande mit der dreifachen 
Menge kalten destillirten Wassers auszieht. Die filtrirte Auf 
lösung dampft man in einer Retorte, bis sich eine Krystallhaut 
zeigt, ab; beim Erkalten krystallisirt Cyankalium heraus, und 
erhält man dasselbe in durchscheinenden Würfeln, mit den 
secundären Flächen desselben. Man bewahrt es in gut ver- 
schliessbaren Gläsern auf. Das Cyanzink stellt man nach W ö h- 
Jer dar, indem man aus essigsaurem Zinkoxyd den Zinkge 
halt mittelst Blausäure niederschlägt. Dies bewirkt man am 
leichtesten, wenn man Blausäuredämpfe, aus einer, in einer 
Rntbmdungsflasclie befindlichen Mischung von Cyaneisenkaliuin 
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