Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 71 
vermindert. In der Regio hypockondriaca dextra trat die Le 
ber ungewöhnlich stark hervor. Als man das Brustbein auf 
hob, sah man im Mediastino cintico viel Fett und von der Thy 
mus kaum noch Spuren. Die Lungen sahen von aussen dun 
kel carmoisinroth; die linke Mar mit der Pleura costalis ver 
wachsen. Exsudat in den Pleurasäcken Mar nicht zu bemer 
ken. Beim Einschneiden knisterten die Lungen unter dem Mes 
ser und aus den grossem Bronchialästen floss zäher, aber flüs 
siger Schleim hervor. Im mittlern Lappen der rechten Lunge 
fanden sich einige erbsengrosse Tuberkeln von der Consistenz 
von halbtrockenem Käse und einige andere hatten schon ange 
fangen sich zu erweichen. Der obere Lappen und der übrige 
Theil der Lungen Mar gesund, nur mit vielem Blute angefüllt. 
Der ungeöffnete Herzbeutel ging weit bis über das Sternum 
nach rechts hin. Beim Einschneiden desselben fand sich keine 
Flüssigkeit vor. Das Herz hatte ungeM’öhnlich grossen Um 
fang. Als man ins Herz einschnitt, erschienen die Wände der 
Vorhöfe schlaff, dünn, die Wände des rechten Ventrikels grös 
ser, als gewöhnlich, die Höhle des rechten Ventrikels grösser, 
als die des linken und im Septum airiorum fand sich eine Oeff- 
nung so gross, dass eine Schw anenfeder hätte durchgeführt 
werden können, welche Oeflnung jedoch von links her völlig 
durch die vorhandene Valmda joraminis ovalis geschlossen wer 
den konnte. Der Ductus artcriosus Rotalli fehlte. Die Aorta 
hatte die normale Grösse. Als man sie aufschnitt gelangte man 
in den linken Ventrikel, aber zugleich war eine Oeflnung im 
Septum ventriculorum, gerade M r o die Aorta in den linken Ven 
trikel mündet, vorhanden, so gross, dass man den Zeigefinger 
mit dem Nagelgliede durchführen konnte, durch die man in 
den rechten Ventrikel kam, — die eine Hälfte der Aorta öffnete sich 
demnach in den rechten, die andere in den linken Ventrikel. 
Die Ränder der Oeflnung waren glatt, eben. Durch die Art. 
pulmon. konnte man nur mit Mülle eine Sonde in den Ventri 
kel führen. Als diese Arterie aufgeschnitten wurde, fanden 
sich zwischen den halbmondförmigen Klappen und der Wand 
des Gefässes blind auslaufende Sinus oder Säcke, in die sich 
die Sonde tiefer, als 4. Z. einführen liess. Die Oeflnung, mit 
der die Art. ptilmonalis in den rechten Ventrikel mündete, war 
nicht grösser, als dass eine mittelmässig dicke Rabeufeder durch 
geführt werden konnte. Die dünnen Därme waren stark mit 
Blut injicirt, ohne dass sie entzündet waren, die meseraischen 
Drüsen zur Grösse einer Haselnuss geschwollen. Im Mesente 
rium, nahe am Coecum, fanden sich mehrere Stecknadelkopf 
grosse missfarbige Stellen. Die sehr blutreiche Leber hatte eine 
ungewöhnliche Grösse, war aber sonst, wie Milz und Nieren, 
normal. [Hufeland’sJourn. d. prakt. Heilk. 1835. Dec.] 
31. Leber Menostasie und Chlorosis; vom 
M. R. Prof. D. Wendt in Breslau. Zu den bemerkens-
	        
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