Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

STJMMARIUM 
des Neuesten und Wissenswürdigsten 
aus der 
gesammten Medicin 
zum Gebrauche praktischer Aerzte und Wundärzte. 
14. Mai. 1836. M 10. 
I. Pathologie, Therapie und tviedicinischeKlinik. 
26. MedicinisclieBeobachtungeu in der letz 
ten Hälfte des Jahres 1835; vom Dr. Steinthal. 
(Fortsetzung. S. Summ. Bd. II. Nr. 1.) B. October, No 
vember, December. Die Zahl der Kranken in diesen Mo 
naten war nicht bedeutend und mehrte sich erst in der letzten 
Hälfte des Decembers. Die vorherrschende Krankheitsconstitu 
tion blieb die catarrhalisch-gastrische. — Unter den vorge 
kommenen Krankheitsfällen vedienen folgende einer Erwähnung. 
Eine kräftige Frau über 50 Jahre, welche schon in Folge von 
Erkältung catarrhalisch geworden war und sich gegen Wind 
und Wetter nicht sorglältig schützte, bekam ein gastrisches 
Catarrhallieber, an dem das ßlutgefässsystem nur geringen An- 
theil nahm. Die Kranke hatte nicht Lust aufzuslehen, hustete, 
war heiser, hatte ein schleimigt - belegte Zunge, keinen Appe 
tit, vielen Schleimauswurf, im Harne ein Sedimenttim lateri- 
tium, und verrieth in hohem Grade Unmuth und Languor vi- 
rium. Der Puls war sehr wenig frequent, die Haut von wenig 
erhöhter Temperatur und mehr trocken als feucht. Massig war 
mes Verhalten, strenge Diät und sanft eröffnende Brustmittel 
veränderten den Krankheitszustand in 3 Wochen nicht im Ge 
ringsten. Um diese Zeit trat eines Abends plötzlich und ohne 
alle Veranlassung ein an Ohnmacht gränzender Schwächezustand 
ein. Angst und Mattigkeit, Schwäche und Leere im Herzen 
waren die Klagen der Kranken; ihre Hände waren kühl und 
feucht, ihr Puls unterdrückt, diinn, kaum zu fühlen; Pat. sah 
bleich und angegriffen aus und es hatte den Anschein, als ob das 
Herz wesentlich aflicirt und der Blutumlauf durch irgend eine 
Stockung im Herzen selbst oder in einem der grossem Gefässe 
gehemmt wäre. Ein Sinapismus, auf die Gegend des Herzens 
gelegt, und innerliche belebende Mittel verbesserten zwar diesen 
ängstlichen Zustand in etwas, aber es erfolgte dennoch eine un 
ruhige Nacht. Nachdem man, um die Hautthätigkeit zu erwecken, 
innerliche und äusserliche Erwärmungsmittel angewendet und 
Summarinm d. Medicin. 1836. II. 5
	        
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