Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
sertion an der Basis der Scapula getrennt und dann die Ge 
schwulst selbst von der untern Seite der Scapula'gelöst, wobei 
es sich ergab, dass sie am untern Winkel starkangeheflet war, 
während inan sie im übrigen Umfange leicht trennen konnte, 
indem man nur einige Fasern verdickten Zellgewebes zu dureh- 
schneiden brauchte und dann mit Skalpell und Fingern die 
Trennung vornehmen konnte. Am untern Winkel war eine, 
etwa 4 Zoll grosse, kreisförmige Stelle des Knochens absorbirt, 
durch die sich die Geschwulst einen Weg gebahnt hatte. Hier 
nun durchschnitt und entfernte man sie. Der Knochen fühlte 
sich hier bloss und rauh an. Eine vorragende Knochenspitze 
wurde mittelst Zange entfernt. Fast der ganze 31. subscapu- 
iaris war absorbirt und der Knochen, w o die Geschw ulst mit 
ihm in Berührung gewesen, bloss, doch gesund. Unten, wo 
der Knochen absorbirt war, hatte der Latissimus dorsi die 
Scapula gekreuzt, wodurch an dieser Stelle ein stärkerer Druck 
Statt gefunden hatte. Man unterband 2 Arterien, näherte die 
Wundränder einander, liess für Ausfluss des Wundsecrets hin 
länglichen Platz, legte Compresse und Binde an und fixirte den 
Arm an der Seite' des Körpers. Die Heilung erfolgte ohne alle 
Störung, der grössere Theil der Wunde schloss sich durch erste 
Vereinigung, die Eiterung war unbedeutend und Pat. wurde 
am 4. Nov. geheilt und mit völligem Gebrauche des Arms und 
der Schulter aus der Behandlung entlassen. \Zeilschr. f. d. 
ges. Medic. v. Dieffenbach, Fl icke u. Oppenheim. Bd. I. 
Hft. 4. nach: The London medical Gazette. Dec. l j 
19. Heilung eines Verschwärungs-Processes 
im Intestino Coeco; vom Stadtwundarzt Aiiht in Braun 
schweig. Eine 25jährige Frau litt in früher Jugend viel an 
scrophulösen Beschwerden, wozu noch die gewöhnlichen Kin 
derkrankheiten kamen. Bemerkenswerth war damals auffal 
lende Störung im Ernährungsprocesse und daher rührende Ab 
magerung, so dass man einen frühen Tod fürchtete. Im 15. 
Jahre trat die Menstruation sparsam, aber regelmässig ein. Nach' 
dem 18. Jahre änderte sich der Körper sehr: Pat. wurde in 
kurzer Zeit auffallend stark, bekam rothe, frische Gesichtsfarbe, 
litt aber nun häufig an krampfhaften Zufällen. Im 22. Jahre 
verheirathete sie sich, wurde schwanger, befand sich in der 
Schwangerschaft sehr wohl und gebar, wenn auch schwer, doch 
zu rechter Zeit ein ausgetragenes, gut gebildetes Mädchen. Ein 
dabei entstandener Vorfall des Uterus machte fortwährend viele 
Beschwerden, doch wurde dessen ungeachtet die Frau inr 
zweiten Jahre abermals schwanger und gebar zur reclUen Zeit 
einen Knaben leicht und glücklich. Der Prolapsus Uteri w ar 
aber nun so bedeutend geworden, dass derselbe bei der ge 
ringsten Anstrengung aus den Schamtheilen hervortrat. Seit Juli 
1832 fing Pat. an zu kränkeln, das früher gesunde Aussehen 
schwand, die Kräfte nahmen bedeutend ab und es stellte sich
	        
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