Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

I. Pathologie, Therapie und medicioische Klinik. 4G9 
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und man war nach und nach auf 50 Tropfen gestiegen, die 
man ihr um Schlafenszeit gab. Darauf schlief sie 2 — 3 Stun 
den, bisweilen auch gar nicht, brachte aber doch die Nacht 
leidlich hin, fand sie nicht mehr so unausstehlich laug und hatte 
Wenig oder gar keine Schmerzen. Bei Tage nahm sie Opium 
>n einer nach den Umständen modificirten Arznei, bei Schmerzan 
fällen auch wohl ausserdem 10 Tropfen Tinct. opii Eccard. 
Dabei wurde sie aber sichtlich unruhig, konnte sich selbst nicht 
im Bette erheben, fühlte sich beängstigt, war unruhig, hatte 
einen kleinen, 120 Mal in der Minute schlagenden Puls, bekam 
oft umschriebene hohe Rothe in den Wangen, lechzte immer 
nach Getränk und schwitzte am ganzen Körper stark. Die 
Jauche in der Brustwunde gab einen ekelhaften Geruch von sich, 
der sich nicht auf Räucherungen, wohl aber dann vorlor, als 
über den Verband Chlorkalk gelegt wurde. Am 19. Mai stell 
ten sich Abends allgemeine Zuckungen ein und hinterher noch 
Beängstigungen und stechende Schmerzen im linken Oberschenkel. 
Einige Gaben Moschus brachten Linderung. Später nahm sie 
Mittel ungern, doch konnten diese nicht ganz wegbleiben. Das 
Opium verstopfte und Klystiere brachten keine Oeffnung, es 
mussten daher bisweilen Abführmittel gegeben werden, wenn 
nicht Angst und Unruhe sichtlich steigen sollten. Den Magen 
trieben Blähungen auf und wenn nicht hinreichende Ructus er 
folgten , traten Erstickungszufälle ein. Die Esslust verlor sieh 
dabei ganz. Anfangs Aprils sah man die Brustwunde auf ein 
Mal beim Verbände rein, sie war mit consistentem, gut aus- 
sehendem, weissgelblichem Eiter bedeckt, granulirte, schien 
kleiner und stank nicht mehr. Dagegen roch der Athem bei 
reiner Zunge wie früher die Jauche. Pat. bekam dabei auf einige 
Tage Appetit und fühlte sich kräftiger. Bald aber stellten sich 
wieder Üebelkeiten, Würgen, Erbrechen, Luftauftreibung des 
Leibes und Magens, stetes Aufstossen und Erstickungsanfälle ein. 
Der Appetit fiel weg und die Schwäche nahm sehr zu. Der 
üble Mundgeruch hörte wieder auf und kehrte in die Wunde 
zurück, die nun keine Jauche absonderte, sondern bisweilen 
ganz trocken war, meist indess dicken, gelblichweissen Eiter 
enthielt, granulirte und sichtlich kleiner wurde. Die Brust fiel 
im Ganzen zusammen und war nicht mehr so steinhart. Das 
linke Oberbein schmerzte sehr und schwoll bis ans Knie und 
das Unke Labiurn majus vulvae wurde ödematös, reichte bis 
zum After, schmerzte und brannte. Auf dem Rücken fan4 sich 
Decubitus und derselbe stand, da der Oberkörper nur nach 
links gewendet werden konnte, auch am linken Schulterblatte 
Und am linken Ellenbogen ebenfalls zu befürchten. Dies wurde 
jedoch durch noch grössere Leiden abgewendet: die das ent 
fliehende Leben so oft begleitenden Beängstigungen traten in 
»teilt zu beschreibendem Maasse auf und nöthigten zu stetem, 
doch schwer ausführbarem Wechsel der Lage. Dazu kam noch
	        
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