Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik« 467 
der Jodine bleiben zu müssen und verordnte sie auch inner 
lich, und zwar zuerst in kleinen Gaben. Rec. Jodii gr. ß. Kali 
hydrojod. gr. j. Aqu. destl. s. jvj. M. 1). S. Alle 2 Stun 
den 1 Esslöffel. Nach 2maligen» Verbrauche dieser Mischung 
nahm er von beiden Mitteln das Doppelte und später das Drei 
fache. Auch wurde die Salbe öfterer ,3 — 4 Mai täglich, so 
viel wie eine Nuss, eingerieben. Die Brust wurde umfang 
reicher, härter und schmerzte mehr. (d. 22. Dec.) Sie wurde 
init einem Pflaster aus Fell. taur. impis. Empl. Sperm. Cet. 
und Empl. Gulb. croc. aa. und wechselnd mit W'armem Brei 
aus Hb. Hyosc. — Con. macul. und Roggenmehl belegt. Das 
Uebel schritt sichtlich vor. Pat. klagte jetzt über Schmerz in 
dei> Hüften, der sich von einem Sprunge herschriebe, den sie 
seitdem immer empfunden habe, der neuerlich aber bedeutend 
gestiegen sey, so dass sie im Gehen davon gehindert werde. 
Ihrer Angabe nach sass derselbe in der Spina anter. mp. crist. oss. 
ilei. Diese Klage führte sie so oft, dass D., um nicht unthä- 
thig zu scheinen, Lin. vol. camph. einreiben lassen musste. 
Pat. schien ordentlich betrübt, dass derVerf. aus diesem Schmerz 
nicht viel machte. Vom 5. November bis zum 19. Januar des 
folgenden Jahres hatte die Kranke die Jodine innerlich und äu- 
sserlich fortgesetzt. Der Zustand der Brust hatte zwar gewech 
selt, war aber eigentlich schlimmer, auch wurde das allge 
meine Befinden getrübt, namentlich stellte sich Fieber ein. Auf 
dem obern steinharten Theiie der Geschwulst bildete sich ein 
fleisclnother wulstiger Streifen, wie wenn eine Wunde nicht 
vernarben will, der knochenhart sich anfühlte und gewöhn 
lich nässte. In der Umgebung desselben sah man hügelige harte 
Knoten. Die Brust selbst durchfuhr heftiger, häufiger, stechen 
der, flüchtiger Schmerz. Bedeutende Drüsenanschwellungen 
bildeten sich in der linken Achselhöhle und schmerzten flüch 
tig stechend. Eine derselben, die am Rande des Pectorcdis 
Major sass, zeigte dieselbe Fleischrötbe, wie der Streifen auf 
der Brust und gab eben so seröses Exsiidat. In der rechten 
Achselhöhle schwollen die Drüsen ebenfalls, fühlten sich wie 
Stein an und schmerzten. Da die Jodiue nicht zu wirken 
schien, so bestimmte sich D. nun Pur den Alaun und verord 
nte zu Waschungen der Brust und Achseldrüsen eine saturirte 
Auflösung desselben in Aqu. dest. und liess auch innerlich alle 
3 Stunden 5 gr. mit Milchzucker nehmen. Ailmählig sollte 
damit gestiegen werden, doch kam die Kranke nur bis zu 8 
Gran , j^ musste oft das Mittel aussetzen und Stomachica neh 
men , da der Alaun Magendruck und Appetitlosigkeit zu Wege 
brachte. D. hörte jetzt, dass man in der linken Weiche wall 
nussgrosse Drüsenanschwellungen fühle, der linke Oberschen 
kel angeschwollen sey und sich auch in der rechten Weiche 
kleine schmerzhafte Erhabenheiten zeigten. Das Gehen, beson 
ders das Aufstehen nach langem Sitzen, wurde immer beschwer- 
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