Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

464 I. Pathologie, Therapio und mechanische Klinik. 
scheinbarer Rothe der Wangen, saurer, ranziger Geschmack 
mit Aufstossen lind Auswürgen einer an Salzsäure reichen, wäss 
rig schleimigen Flüssigkeit, besonders des Morgens: .Appetit, 
oft Heisshunger, mit Furcht vor dem Genüsse der Speisen und 
Getränke, wovon die Kranken instinktmässig nur sehr kleine 
Quantitäten zu sich nehmen, und Vermehrung der Beschwerden 
nach denselben ; der Magen zeigte am Pylovus eine häuiig un 
ter dem Nabel nach links verschobene, umschriebene, teich 
artig anzufühlende, beim Drucke schmerzhafte Geschwulst, die 
bei aufrechter Stellung ein Ziehen am Magen verursachte; 
fortdauernder bei Schmerzanfällen, die der Magenkolik glei 
chen; aufgeregtes Schlagen der Bauchaorta, der Arlcria coc- 
liaca und ihrer Zweige; träge Stühlausleerung, und nur bei 
begleitender Entzündung massiges Fieber. Der Verlauf war 
chronisch und die Beschwerden oft so gering, dass sie überse 
hen oder andern Ursachen zugeschrieben wurden. Das gleich 
Anfangs angewendete, gegen Gastritis chronica empfohlene 
Verfahren schien in einigen Fällen Heilung bewirkt zu haben, 
meistens aber kehrten die gebesserten Kranken bald wieder, 
und dasUebel gingunaufhaltsam, besonders schnell bei Missbrauch 
i . von Reizmitteln, in 6) Carcinoma ventriculi über. Alsdann gesellte 
sich zu obigen Erscheinungen: Erbrechen chokoladenfarbener 
Flüssigkeit, gewöhnlich des Morgens und nach Speisen, wie 
auch selbst nach den müdesten Getränken; die puisirende Ge 
schwulst nahm an Umfang schnell zu, die Schmerzen wurden 
heftiger und dehnten sich über Rücken und Extremitäten aus; 
die Abmagerung und Schwäche erreichten den höchsten Grad 
und ein schauderhafter Hungertod endete die Leiden. — In der 
Leiche fand inan den Pylorus als eine bimförmige, oft mit den 
benachbarten Regionen verwachsene, weissgelbe oder mit schwar 
zem Pigment gefärbte Geschwulst, welche beim Durchschneiden 
einen innerhalb der Schleimhaut und dem Bauchfelle ausgebil 
deten Scyrrhus, in späterer Periode ein nach innen ausgebildetes, mit 
schwarzem Pigment belegtes Carcinom darstellte; der Magenaus 
gang verengert oder ganz aufgehoben, der Grund sehr ausgedehnt, 
■die Magengefässe erweitert und in grösserer Anzahl entwickelt, 
die Gedärme zusammengezogen. [Oeslar, mal, Jahrh. Bä. 
19. N/.R.j 
220. Ileus pertinacissimus e.v hernia incarce- 
rata; von Br. A. Hohwitz zu Tarnopol (aus dessen Ueber- 
sicht der im Laufe zweier Jahre beobachteten und behandelten 
Kranklieiten). Während einer Reise prolabirte und incarcerirte 
die Hernie, welche ein Jude von 28 Jahren von Jugend an in 
der rechten Leiste trug. Die Taxis gelang nicht, der Bruch 
schwoll zur Grösse eines kleinen Kindskopfes an; Pat. hatte schon 
seit 2 Tagen keine Leibesölliiung bekommen und erbrach fast 
anhaltend. Derselbe wurde in ein warmes Bad gesetzt uud 
hierauf Eis auf die Bruchstelle gelegt, w orauf die Geschwulst
	        
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