Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
spritze 1 Zoll tief ein, worauf sogleich eine Schliessung des 
Kanals erfolgte, die jedem fernem Andrange der Milch auf im 
mer widerstand. — Nachdem Pat., von der oben die Rede 
war, 14 Tage mit den genannten Mitteln, dem vorgeschriebe 
nen Regim und mit Argent. nitr. fus. äusserlich, wodurch , die 
Miiudungen der Brustwarzen verengt wurden, behandelt wor 
den war, verschwand die Milch nach und nach, lief nicht 
mehr aus den Brüsten und die Frau erholte sich so fühlbar, 
dass sie nach 4 Wochen ihre blühende Fülle wieder erreicht 
hatte und eine weitere ärztliche Behandlung nicht mehr nöthig 
war. [Casper's Wochenschr. f. d. ges. HeiUc. 1836. Nr. 27.] 
212. Merkwürdiger Fall von Naturhülfe bei un 
günstiger Lage des Kindes; von Dr. Benedix jun. in Putt 
bus. Bei einer Gebärenden, die schon früher durch die Zange 
entbunden w’orden war, verlangte die Hebamme bei vorliegen 
dem linken Ellenbogen den Verf., der aber, in Geschäften ab 
wesend, erst nach 4 Stunden ankommen konnte. Fast in dem 
selben Augenblicke, in dem er ins Zimmer trat, wurde die 
Frau entbunden. Nach Aussage der Hebamme drängte bald 
nachher, als der linke Ellenbogen vorgefallen war, die linke 
Schulter nach. Die Wehen hörten dann eine kurze Zeit auf, 
wurden dann aber um so stärker, und die Wendungsversuche 
misslangen. Die Frau litt sehr und erwartete sehnlich die An 
kunft des Verfs. Indessen pressten die sehr starken Wehen 
die Schulter immer tiefer abwärts bis aus den Genitalien her 
vor und bald darauf wurde dann auch der mit dem Kinn ge 
gen die Brust gebeugte Kopf mit dem Körper herausgetrieben. 
B. nahm sich sofort des kleinen, wohlgebildeten 7pfiindigen 
Knabens an, doch waren alle Wiederbelebungsversuche ohne 
Erfolg. Arm, Schulter und Nacken waren ganz blauschwarz. 
Die Frau war allerdings sehr angegriffen, doch erholte sie sich 
nach kaum 3 Wochen völlig. Gewiss verdient dieser Fall, für 
dessen Wahrheit B. bürgt, der Seltenheit wegen Beachtung. 
[Casper's Wochenschr. f. d. ges. Medic. 1836. Nr. 26.] 
213. Beobachtung einer Laparotomie w egen eines 
schon längst verstorbenen Kindes, mit glücklichem 
Ausgange; von Kjaer , Districtschirurg zu Holstebrö in Jüt 
land. Yorgeles. in d. Königl. medic. Gesellschaft zu Copenha- 
gen, 1833. — Eine 39 Jahr alte Frau, die bereits 4 lebende 
Kinder geboren und ohne Brust aufgezogen hatte, fühlte sich 
im Frühjahr 1827 von neuem schwanger; während des Som 
mers verursachten ihr die Kindesbewegungen heftige, schneiden 
de Schmerzen, wie von einem Messer, im Unterleibe, sie musste 
des Nachts meist sitzend schlafen; oft traten Geburtsw eben ein, 
so dass zu 5 verschiedenen Malen die Hebamme geholt wurde, 
weil die Frau einen Abortus befürchtete, die Hebamme aber 
konnte bei der Untersuchung nie etwas entdecken und glaubte 
nicht an Schwangerschaft; eben so ging es 8 Tage vor Weih-
	        
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