Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

434 IV. Chirurgie und Ophthalmologie. 
kelhals gehenden Muskeln nicht mehr das Gleichgewicht halten 
können, weil sie durch Quetschung und deren Folgen ihr Wir 
kungsvermögen* zum Theil verloren haben; denn bei unverletz 
tem Schenkelhälse kann durch die Wirkung der Glutäen nicht 
wohl Verkürzung eintreten. Bei dieser Verkürzung wird also 
der Darmbeinkamm hoher als au der gesunden Seite, stehen, 
c) Knie und Fuss sind nach aussen gerichtet, weil die durclt 
t'oniusion geschwächten vordem Kollmuskel: Tensor fasciae 
Iahte und vorderer Theil des Glutaeus medius, der eigenen 
Schwere des Glieds das Gleichgewicht nicht mehr halten kön 
nen. Diese Richtung, nach aussen wird jedoch nie so bedeu 
tend, wie bei der nicht eingekeilten Fractur ausserhalb des 
Kaspelbandes. Bei Fractur innerhalb des Kaspelbaudes wird 
dieses starke Nachaussenfälleh durchs Kapselband selbst ver 
hindert, bei Fractur des Halses mit Einsenkung in die Masse 
des grossen Trochanters aber findet es gar nicht, oder nur ganz 
geringe statt, d) Der verkürzten und nach aussen gerichteten 
Extremität kann man durch mässige Ausdehnung und Einwärts- 
drehen natürliche Länge und Richtung wieder geben, was bei 
Fractur mit Einsenkung nicht möglich ist. Der Versuch ist 
aber schmerzhaft, wenn auch nicht bald nach der Verletzung, 
doch einige Zeit nachher; bei der Fractur dagegen sind diese 
Versuche wenig oder gar nicht schmerzhalt, e) Passive Bewe 
gungen der Extremität siud leicht und bringen weniger Schmer 
zen , als bei Fractur des Schenkelhalses und des Pfannenbodens. 
f) Mit der auf dem grossen Trochanter ruhenden Hand bemerkt 
man, dass dieser bei Drehung des Glieds um seine Längen 
achse eben so grosse Kreisbewegungen macht, als an der ge 
sunden Seite. Bei nicht eingekeilter Schenkelhalsfractur ausser 
halb des Kaspelbandes /sind diese auffallend kleiner, weniger 
bei der innerhalb des Kaspelbandes und bei Fractur mit Ein 
senkung. g) Pat. kann die Extremität im .Ganzen aufheben. 
an- und abziehen und an- und ausw'ärts rollen. Bei Fractur 
ist immer eine oder die andere dieser Bewegungen unmöglich, 
h) Steht Pat., so ist die Extremität im Knie etwas gebogen, 
von der gesunden etwas entfernt, bei Fractur hingegen hängt 
sie gerade herab, ln Bezug auf Fractur mit Einsenkung ist 
dies ein unzuverlässiges Zeichen. Branco meint auch, dass 
w enn Pat. gleich nach der Verletzung noch gehen und auf dem 
verletzten Fusse stellen konnte und die Unmöglichkeit zu gehen 
und stehen sich erst später einfand, immer nur Contusion und 
nie Fractur zugegen gewesen sei, wenn gleich Viele das Ge- 
gentheil versichern. Dass Branco darin zu weit gehe, oder 
dass er wenigstens nicht an Fractur mit Einsenkung gedacld 
habe, davon hat sich H. durch die Untersuchungen mehrerer 
früher oder später nach solchen Verletzungen Gestorbener über- j 
zeugt. Ein Verletzter ging nach dem Falle, nur von einem j 
Manne am Arm unterstützt, in die mehrere hundert Schritte
	        
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