Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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IV. Chirurgie und Ophthalmologie. 
gleich wie gewöhnlich mit Schwierigkeit, rollen, weil die bei 
den, das Glied einwärts rollenden Muskeln: Tensor fasciae 
lutaennA der vordere Theil des Glutaeus medius, ihren einen In 
sertionspunkt über dein grossen Trochanter haben, somit durch 
Näherrücken des Trochanters zur Pfanne w eniger erschlafft wer 
den. 5) Passive Bewegungen des Glieds sind leicht, erregen 
aber Schmerzen. 6) Der grosse Trochanter ragt weniger her 
vor, als au der gesunden Seite und zwar um so viel, als das 
Ende des abgebrochenen Halses in die Masse des Trochanters 
eindrang. Nach Ekl bildet der Trochanter einen grossem 
Vorsprung und ist leicht beweglich, H. aber nahm das Gegen- 
theil wahr und es kann wohl auch der Natur der Sache nach nicht an- 
anders seyn, denn die Dimension des Raums zwischen Trochanter 
Und Pfanne wird durch Eintreten des abgebrochenen Halses in die 
Masse des Trochanters kleiner und da der Schenkelkopf bei nicht 
fracturirtem Pfannenboden nicht nach innen rücken kann, so muss der 
Trochanter nach innen rücken, also nach aussen weniger vorragen. 
Beweglich kann der Trochanter auch nicht seyn, weil dies dev in seine 
Masse eingedrungene und darin feststeckende Schenkelhals hin 
dert. 7) Crepitation ist gar nicht, oder kaum zu bemerken. — 
Durch Vergleichung dieser Zeichen mit denen derjenigen Verle 
tzungen, mit welchen diese Species der Schenkelhalsfractur ver 
wechselt werden könnte, wird die Diagnose, wenn nicht sicher 
doch weniger schwierig werden. I. Einstossung des fracturir- 
ten Pfannenbodens durch den Gelenkkopf. Die Zeichen der 
selben sind nach Earle und Fricke folgende: die leidende 
Extremität ist verkürzt, die Verkürzung kann aber durch mas 
sige Ausdehnnng wieder gehoben werden uud tritt mit Nach 
lass der Ausdehnung wieder ein. Die Extremität fällt weder 
uach aussen, noch innen; beide Trochanteren stehen gleich 
Weit vom Kamin des Darmbeins ab. Pat. kann in horizonta 
ler Lage die Extremität nicht bewegen; er ist unvermögend, 
zu stehen; der Oberschenkel kann leicht abducirt werden; pas 
sive Bewegungen der Extremität sind leicht, erregen aber 
Schmerzen; der Trochanter der leidenden Seite ragt weniger 
hervor, als an der gesunden; Crepitation ist mehr oder weni 
ger deutlich. — II. Quetschung der ums Hüftgelenk gelege 
nen Muskeln. Nach Branco sind die Zeichen derselben fol 
gende: a) Pat. konnte unmittelbar nach der Verletzung noch 
Rehen (kommt auch, wie oben erwähnt, in einigen Fällen der 
Schenkelhalsfractur mit einfacher Einkeilung und Einsenkung 
Vor); erst später, nach 2— 18 Stunden, stellt sich die Unmög 
lichkeit zu gehen und zu stehen ein. b) die leidende Extre 
mität ist verkürzt, die Verkürzung tritt, wenn auch nicht gleich 
•»ach der Verletzung, doch einige Zeit nachher ein, sie ist aber 
immer scheinbar und entsteht durch Aufsteigen der Hüfte, be- 
I Wirkt durch Contraction der von Rippen und Wirbelsäule zum 
Becken gehenden Muskeln, denen die vom Becken zum Schen- 
Suimnarium d. Medicin. 1836. II. 28
	        
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