Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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III. Matena medica und Toxikologie. 
in wenigen Tagen mit 2 Tropfen Kreosot und etwas Extr. 
Myrrh. als Zusatz zu den bisherigen Mitteln und stieg darauf 
( zu 4 Tropfen Kreosot für den Tag. Bald nahmen Blutspeien, 
Husten und Auswurf ab, die Nachtschweisse liessen nach, das 
Kopfweh hörte auf, Schlaf und Aussehen wurden immer besser 
und Pat. konnte Stunden lang auf seyn. — Anfang Februar 
waren Blutspeien und Nachtschweisse ganz beseitigt, der Pat. 
(kräftiger und selbst der Athem leichter. Der früher sehr her- 
untergestimmte, ängstliche Kranke war ziemlich heiter, mehrere 
Stunden ausser Bette und ass mit Appetit und ohne Beschwerde. 
tDurch einen etwas bedeutenden Verhaltungsfehler stellte sich 
(jetzt eine kleine intercurrente Brustentzündung ein, die sich einige 
Male wiederholte, doch durch antiphlogistische u. narkotische Mit 
tel immer bald wieder gehoben war, und zwischen denen sich im 
mer ein ganz günstiger Zustand fand, bei dein das Kreosot 
aber nicht gereicht wurde. Endlich kam der März und mit 
ihm statt des bisherigen sehr milden Winters schärfere Luft 
und fortwährend rauhe Witterung. Aller Mittel ungeachtet 
wurde nun der entzündliche Zustand fast permanent, vom Kreo 
sot konnte keine Rede mehr seyn und Pat. unterlag endlich im 
April. II. Ein SOjähriger Weingartner litt seit mehreren Jah 
ren an Ivopfweh, das nun noch zunahm. Seit einigen Mona 
ten war er auch mager, matt und blass geworden; litt an Enge 
(auf der Brust, heftigem Husten mit starkem Auswurf und vie 
lem Schweisse. Dazu kam Hitze und Frost, der Puls war fre 
quent, voll, weich und das Stethoscop zeigte Pectoriloquie und 
Höhlenrasseln. Zugleich fand sich auch bitterer Geschmack, 
Verstopfuug und Schmerz in der Nabelgegeüd, besonders beim 
Husten. So kam Pat. am 13. Januar 1834 in Behandlung des 
Verfs. Diese verhielt sich ungefähr, wie im vorigen Falle, nur 
bekam der Kranke noch zugleich abführende Mittel. Schon 
am 18ten wurde Kreosot zugesetzt und viele Symptome besser 
ten sich sehr bald. Das Abdominalübel verschwand und zu 
gleich mit ihm allmählig dqs Kopfweh und bald wurden auch 
Husten, Auswurf, Schweiss, Durst etc. viel geringer. Den 8. 
Februar w ar noch Pectoriloquie zugegen , aber nicht mehr Kopf 
weh, der Husten war sehr gering, der Appetit gross, der Durst 
unbedeutend und der Puls ziemlich ruhig. Pat. nahm fortwäh 
rend des Tages 4 Tropfen Kreosot. Am 19. Februar fühlte 
er nur noch etwas Enge auf der Brust mit etwas Husten, ar 
beitete aber schon auf dem Felde. Er erhielt nun noch Pillen 
aus Senega, Sah atnmon. etc. und seitdem fühlt er sich kräf 
tig, verrichtet alle schweren Arbeiten eines Weingärtners und 
erklärt sich für völlig gesund. — pi. Ein 26jähriger Flasch 
ner, von nicht sehr kräftigem Habitus, wurde dem Verf. am 
5. Februar 1834, als am gastrischen Fieber, mit Neigung zu 
Schleimfieber leidend, von einem andern Arzt übergeben, nach 
dem er schon Brech - und Abführmittel bekommen hatte. Er j
	        
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