Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

III. Matena medica und Toxikologie. * 419 
Axung porc. 5vj. D. S. Täglich 4mal soviel wie eine Haselnuss in 
die Geschwulst und unterhalb des Kinnes einzureiben. .Schon am 2. 
Tage war die Parotis fast abgeschwollen und die Geschwulst 
hatte sich inehr auf die Submaxillardriise geworfen. Die Ge 
schwulst letzterer verschwand aber von selbst bald, da der 
jKrauke, der beim Eiureiben über den heftigsten Schmerz 
(klagte, mit der Salbe nicht fortfahren wollte. Die Mandeln 
entleerten am 11. Nov. ziemlich viel Eiter. Das Schlingen w 7 ar 
so ziemlich wieder hergestellt und der Mund der nun entbehr 
lichen Scarificätion wohl zugänglich. Von der Kreosotsalbe 
war doch etwa über die Hälfte verbraucht. Die Kur dieser 
I hartnäckigen Halsentzündung beendigten Althäadecocte und die 
erwähnten Gurgelwässer. Die schnell wirkende, doch sehr 
, schmerzhafte Einreibung dieser Kreosotsalbe dürfte w ohl in 
Fällen der Art, vielleicht auch bei Bronchocele, zu empfehlen 
seyn. [3Ied. Corresp. - Blatt d. wärt, ürztl. Vereins. Bd. VI. 
Nr. 25. j 
202. Kreosot gegen Lungen-Phthisis; von Dr. Ram- 
pold, Arzte am Hospitale in Esslingen. In der Versammlung 
der würteinbergischen Aerzte, die vor 2 Jahren in Stuttgart 
Statt fand, bestritt man allgemein eine günstige Wirkung des 
Kreosots gegen Lungenschwindsucht und die in den Journalen 
Vorkommenden Urtheile lauteten eben so. Noch ganz neuerlich 
erklärte Elliotson, der dem Kreosot hauptsächlich beruhigende 
Wirkungen zuschreibt, dass dasselbe in der Phthisis, man möge 
es anwenden, wie man es wolle, ganz ohne Wirkung sey. 
Nur der Vrf. vertheidigte das Kreosot damals, doch ohne genaue 
Belege zu geben. Einige Beobachtungen hatten ihn belehrt, 
1 dass es Fälle von Phthisis geben könne, in denen Kreosot aller 
dings von grossem Nutzen sey, w’enn es auch in der Mehr- 
«zahl der Fälle dieses Uebels wohl geradezu bedeutend scha 
den würde. R. hat seitdem vergebens auf noch mehrere sol 
cher Fälle gewartet, und führt daher nun die damaligen an. 
Es sind folgende: j. Ein 36jähriger, etwas schmal gebauter 
Mann, früher Trinker, so dass er einige Male das Delirium 
tremens bekam, litt seit einigen Jahren an Enge auf der Brust, 
Husten mit vielem und dissolutem Auswurf, öfterem, selbst 
starkem Blutspeien, zuletzt von reinem Blute, Nachtschweissen, 
periodischem, oft heftigem Kopfweh und schmerzhaften Hämor- 
roidalknoten. Er war matt und abgemagert, sah bläulich li- 
vid aus, musste beständig im Bett bleiben und hatte einen fre 
quent bärtlichen Puls. An der Spitze der rechten Lunge hörte 
man in ganz kleinem Umfange Pectoriloquie und die Percussion 
War fast auf der ganzen rechten Brusthöhle dumpf. So bekam 
ihn der Verf. am 9. Januar 1834 in Behandlung, nachdem er 
unter zunehmender Verschlimmerung von andern Aerzten hehan- 
deh worden war. R. stimmte erst durch Salpeter und Narco- 
Uca den vorhandenea Reiz etwas herunter, begann aber schon
	        
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