Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

406 II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Alles br^ch wie von selbst durch. Die seitlichen Ventrikel 
waren wasserleer, doch sehr ausgedehnt, sie mochten also wohl 
Wasser enthalten haben. Im rechten Plexus chorioideus fan 
den sich einige ziemlich grosse Hydatiden. Auch die Flocken 
und Mandeln des kleinen Hirns vearen so erweicht, dass ihre 
bestimmten Umrisse vermischt waren; eben so die Medulla ob- 
longata, von der es schien, als setze sich die Erweichung von 
hier ins Rückgrath fort. Die Rückenmarkshöhle wurde jedoch 
nicht geöffnet. Was die Brusthöhle anlangte, so ging die zweite 
rechte Rippe vorne nicht ganz bis dahin, wo sonst die Knor 
pel anfangen, sondern hörte hier auf und verband sich durch 
ein Gelenk mit der 3. Rippe. Die linke war normal. Die 
Lungen sahen ganz gesund aus, waren frei von Tuberkeln, 
aber an einigen Stellen, mehr nach unten, ödematös. In den 
Pleurasäcken fand sich etwa 4- Schoppen Wasser. Das Herz 
war sehr klein, schlaff, atrophisch. Auch im Herzbeutel war 
etwas Wasser. Beim Oeffnen der Bauchhöhle zeigte sich eine 
grosse Menge flockiger Flüssigkeit. Das Peritonäum, sowohl 
da, wo es die Bauchwandungen, als dä, wo es die Unterleibs 
organe umkleidet, war, wohl in Folge an fangender Fäulniss, 
grünlich, auch hier und da schwach blauroth injicirt. Das 
grosse Netz war blauroth, sehr verdickt und zum Theil mit 
den nahen Därmen verwachsen. Der Magen ziemlich voll, auf 
getrieben, oben etwas mit dem Zwerchfell, unten stark mit dem 
Colon verwachsen; die vordere Wand desselben aussen und 
innen weiss, die hintere mit einigen braunrothen Injectionen 
grösserer Gefässe durchzogen. Durch Druck auf den Magen 
entleerte sich derselbe nach unten und es trat gelbe Flüssigkeit 
mit flockigen Massen, wie im Auswurf von Phthisikern des 
zweiten Zeitraums, in die Unterleibshöhle, weniger eiterig als 
die schon vorhandene. Hinter dem Pförtner zeigte sich nun ein 
Loch, wenigstens so gross wie ein 21 Kreuzerstück, das rings 
mit wuchernden, aufgeworfenen Exulcerationen, tuberculösen 
Massen und Verdickung aller Magenhäute umgeben war. Zu 
gleich ging auch von dem hier damit verwachsenen Quergrimm- 
darm aus eine Oeffnung nach Aussen und nächstdem eine Oeff- 
nung vom Pförtner in diesen. Aufwärts vom Pförtner erschie 
nen in der Magen wand eine Partie fast bohnengrosser Tuber 
keln zerstreut, im Jejunum nur wenige und sonst nirgends mehr. 
Auch war in eine nahe Schlinge des Jejunum ein erbsengros- 
ses Loch durchgefressen und das Jejunum an 2 Stellen sehr 
stark brandig ulcerirt. Zwischen den Ulcerationen des Pylorus 
und im Schlauch des Duodenum gewahrte man eine chocoladen- 
braune bröckliche, nicht stark riechende Masse und eine ähn 
liche auch hier und da durch den ganzen Darmkanal, der übri 
gens von einem Entde bis zum andern eine graubraune breiige, 
gleichfalls nicht stark riechende Substanz enthielt und der auch 
innerlich überall eiu blaugraues Aussehen hatte. Von beiden
	        
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